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09:52 14 Oktober 2019
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    Trumps Drohung an deutsche Auto-Hersteller ist ernst zu nehmen - Experte

    © AFP 2019 / DPA/ JAN WOITAS
    Wirtschaft
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    Donald Trumps Drohung, BMW soll für jedes Auto, das in die USA kommt, 35 Prozent Steuern zahlen, ist nach Ansicht des Automobilexperten Professor Ferdinand Dudenhöffer durchaus ernst zu nehmen. Hintergrund: BMW plant ein Werk in Mexiko, um Wagen für Nordamerika zu produzieren.

    „Trump selbst argumentiert nicht immer sehr faktenorientiert und verwechselt zum Teil auch Fakten“,  äußert er in einem Interview mit Sputnik-Korrespondent Bolle Selke. „Was man bei BMW sagen kann, ist sicherlich, dass BMW heute mehr Fahrzeuge in den USA produziert, als dort verkauft. Also kann BMW die Drohung eher gelassen entgegennehmen. Ich glaube aber, Trump droht mehr der gesamten Automobilindustrie, so wie er das schon bei General Motors, bei Toyota, bei Ford und anderen gemacht hat.“

    Nach Ansicht von Dudenhöffer,  Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen, sei es die Strategie von Trump, Zollgrenzen aufzubauen, die heimische Industrie zu schützen, die Produktion wieder stärker nach Amerika zu verlagern und die Arbeitslosigkeit nach Mexiko zu exportieren. Trump orientiere sich an sehr kurzfristigem Agieren, ihn interessiere nicht, was langfristig vor sich geht.

    Mehr zum Thema: House of Trump

    Auch die Chance, dass die Welt in einen Zollkrieg gerät, ist laut Professor Ferdinand Dudenhöffer wahrscheinlich. Er betont:

    „Wir sind dabei, in so etwas zu geraten, das sieht man deutlich bei Trump. Er kappt ja alle internationalen Beziehungen, egal ob das bei der Nato oder anderen Dingen ist. Er sagt, es muss neu verhandelt werden, er zieht sich zurück. Trump agiert wie ein Immobilien-Manager, wie ein Investmentbanker. Da ist kurzfristiges Agieren an der Tagesordnung, man denkt immer bis zum nächsten Deal, das langfristige Ziel ist eher im Hintergrund. So wird Trump nach meiner Einschätzung Amerika so neu gestalten, dass langfristig die Vorteile des internationalen Handels verloren gehen. Langfristig werden die USA darunter leiden, aber kurzfristig wird er Erfolge haben. Und diese Erfolge wird er brauchen, um seine Wähler im Rustbelt zufriedenzustellen.“

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    Tags:
    Auto, BMW, Donald Trump, Deutschland, USA