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14:01 20 August 2019
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    Millionen-Abfindung bei VW - Linke: „Unerträglich, wie der Konzern handelt“

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    Trotz anstehender Milliarden-Zahlungen in USA wegen des Abgasskandals VW müssen Top-Manager bei VW nicht kürzer treten. Eher im Gegenteil: 12 Millionen Euro Abfindung kassiert Vorstandsmitglied Christine Hohmann-Dennhardt – für 13 Monate Arbeit. Sputnik sprach mit dem Verkehrsexperten der Linke, Herbert Behrens, inwieweit dies ok ist.

    „Wie erklären Sie diese Summe Ihren Wählern?“ will Sputnik wissen. „Das kann ich nur mit zitternder Stimme machen“, gesteht Behrens: „Es ist unerträglich, in welcher Art und Weise Volkswagen angesichts des Riesenskandals und der Riesensummen, die das Unternehmen in den USA zahlen muss, handelt.“

    Der größte Autobauer der Welt sei außerstande, die Verantwortlichen für die Misere im eigenen Lager zu identifizieren. Statt diese zur Verantwortung zu ziehen, mache VW weiter wie bisher. Dazu stellt Behrens eine steile These auf: „Die Eigentümer, die Familien Porsche und Piech, aber auch das Land Niedersachsen sind nicht interessiert daran, sich Gedanken um die Zukunft des Konzerns zu machen.“

    Behrens weiß, wovon er spricht. Er ist Vorsitzender der Linke in Niedersachsen und Obmann seiner Partei im Verkehrsausschuss des Bundestags.

    „Eigentlich müssten die Eigentümer sagen: So, jetzt nageln wir mal alle verantwortlichen Leute fest und nehmen sie uns richtig zur Brust.“ Das wäre der einzige Weg, den Abgasskandal aufzuklären. Darum hatte VW Christine Hohmann-Dennhardt geholt, um aufzuklären. Ob sie gescheitert ist oder ob sie zu gründlich aufklären wollte und deshalb gehen musste, ist Spekulation.

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    Unerträglich findet es Behrens, dass mit ihr genauso verfahren wird wie etwa mit Winterkorn: Egal, ob jemand seinen Job gemacht hat – er werde fürstlich dafür bezahlt. Das gelte für die Vorstandsetagen. Bei den „normalen“ Arbeitern sieht es anders aus. „Da haben sie sich was ganz Innovatives einfallen lassen“, bemerkt der ansonsten sachliche Norddeutsche zynisch. „Um die Krise zu bewältigen, wird VW künftig 30.000 Leute weniger beschäftigen.“ Allein in Deutschland würden 23.000 in den Vorruhestand geschickt. An den Strukturen aber ändere sich nichts.

    Das komplette Interview finden Sie hier:

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    VW-Konzern, Deutschland