21:24 05 April 2020
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    Die Bahn-Blockade des Donbass könnte sich überraschend positiv auf russische Stahlkonzerne und Kohleförderer auswirken: Deren ukrainische Konkurrenten mussten die Produktion bereits stoppen, heißt es am Mittwoch in „Nesawissimaja Gaseta“.

    Die Bahn-Blockade des Stahl- und Kohlereviers im Osten des Landes könne die Ukraine bis zu zwei Milliarden US-Dollar Exporteinnahmen kosten, erklärte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko.

    Seit dem Aufflammen der Kämpfe in der Donbass-Region mussten die Eisenerzlieferungen an die EMZ-Hütte des ukrainischen Stahlkonzerns Metinvest bereits mehrmals unterbrochen werden; seit der Blockade des Bahnabschnitts Jassinowataja-Skotowataja im Norden von Donezk sind Erzlieferungen und Stahlausfuhren gänzlich unmöglich.

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    Über zwei Millionen Tonnen Gusseisen, knapp drei Millionen Tonnen Stahl und 460000 Tonnen Walzstahl – das sind die Jahreskapazitäten der EMZ-Hütte. Zur Kohlesparte des Konzerns Krasnodonugol, dem zweitgrößten Steinkohleproduzenten des Landes, zählen sieben Förderschächte und zwei Anreicherungswerke in der Region.

    Über ein Drittel der EMZ- und Krasnodonugol-Produktion geht in die EU, rund je ein Fünftel in die Länder Afrikas und Osteuropas; weitere Abnehmer hat der Konzern im Nahen Osten, der GUS und anderen Ländern.

    Einen beträchtlichen Teil dieses Marktvolumens könnten nun russische Stahlkonzerne übernehmen: „Russische Produzenten könnten die freiwerdenden Marktnischen in Afrika, dem Nahen Osten und der GUS einnehmen, wenn es ihnen gelingt, die Logistik rechtzeitig zu organisieren“, sagt Anton Kosura, Analyst bei der Unternehmensberatung Alpari.

    „Die Ukraine hat im vergangenen Jahr 21,4 Millionen Tonnen Stahl- und Metallererzeugnisse exportiert. Der Anteil der EMZ-Hütte am derzeitig schrumpfenden Exportvolumen beträgt zehn Prozent. Jeder weitere Rückgang des ukrainischen Exports erhöht also die Chancen für Produzenten aus Russland“, erklärt Alexej Kalatschew, Chef-Analyst beim Vermögensverwalter Finam.

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    Tags:
    Kohl, Stahlindustrie, EU, Donbass, Russland, Ukraine