02:28 18 November 2018
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    Deutsche Arbeitgeberverbände zu Gefahren alternativer Energien

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    Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat sich vor kurzem mit einem Brief an seine Unternehmen gewandt, in dem sie ausdrücklich vor den Folgen des Umstiegs auf alternative Energien warnt, wie die Zeitung „Nessawissimaja Gaseta“ schreibt.

    Dabei geht es dem Blatt zufolge um die sogenannte „Dunkelflaute“, als im vergangenen Januar Solar- und Windkraftwerke in Europa und Australien mehrere Tage lang keinen Strom mehr lieferten.   

    In Deutschland dauerte diese Dunkelflaute vom 16. bis zum 25. Januar. In diesen zehn Tagen herrschte in dem Land Windstille und Nebel. Die deutschen Solar- und Windkraftwerke produzierten durchschnittlich nur 4,6 GW, während der Strombedarf im Mittel bei 63,1 GW lag und an einigen Tagen für mehrere Stunden die 73 GW überschritt.

    Als zum Beispiel am 24. Januar elektrisch betriebene Züge, U-Bahnen und Fahrstühle die Menschen an den Arbeitsplatz brachten und die Fabriken ihre Arbeit aufnahmen, war nach den Angaben der „Welt“ Deutschlands Stromverbrauch rasch auf 83 Gigawatt gestiegen. Die Windkraft an Land lieferte jedoch fast über den ganzen Tag hinweg weniger als ein Gigawatt. 

    An jenem Tag übernahmen in Deutschland die verpönten Kohle-, Gas- und Kernkraftwerke die Stromproduktion und deckten 90 Prozent des deutschen Strombedarfs. Ein Blackout blieb daher aus. Wie die „Welt“ schreibt, ruhte damit die Last der Versorgung vor allem stark auf Atom- und Kohlekraftwerken, welche die Umwelt- und Klimaschützer eigentlich schon in wenigen Jahren komplett loswerden wollen. 

    Nur wenige Tage später fiel auch in der australischen Provinz Südaustralien die Windkraft wegen einer Hitzewelle weitgehend aus, doch dort kam es zu flächendeckenden Stromausfällen. 

    „Der Januar hat deutlich gezeigt: Wir brauchen weiterhin flexible konventionelle Kraftwerke, um die stark schwankende Stromeinspeisung aus Wind und Fotovoltaik jederzeit ausgleichen zu können“, zitiert die „Welt“ Stefan Kapferer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

    Die meisten deutschen Medien hätten in diesen Tagen zu dem Vorfall geschwiegen. Doch von der Dunkelflaute betroffen waren sowohl einfache Stromverbraucher als auch große Unternehmen. 

    Daher stelle sich die BDA nun die Frage, was 2023 passieren werde, wenn die deutschen Atomkraftwerke endgültig vom Netz genommen und Kohle- und Gaskraftwerke geschlossen werden sollen, da sich ihr Betrieb im Marktumfeld der Energiewende nicht mehr rechnen würde.  

    In Bayern stammten beispielsweise im Jahr 2015 zwei Drittel des Stroms aus Kernkraftwerken, die bis 2022 abgeschaltet werden sollen.  Die vielfach geforderten Stromtrassen, die den Windstrom aus dem Norden in die industriellen Zentren Bayerns liefern sollen, werden bis dahin nicht fertig sein.  Sie könnten aber auch keine Abhilfe schaffen, weil der Windstrom nur zu einem Drittel des Jahres geliefert werden könnte, während für zwei Drittel der Jahresstunden unklar sei, woher der benötigte Strom bezogen werden soll.  In Bayern haben die Energieversorger übrigens schon detaillierte Pläne, welche Landkreise und Städte im Fall von Stromknappheit vom Netz abgeklemmt werden, um die Stromversorgung insgesamt zu schützen. Regionen, die sich nicht selbst mit Strom versorgen können, bleiben dann eben dunkel, hieß es auf der Webseite eines Deutschen Arbeitgeberverbandes. 

    Dank seiner derzeit noch bestehenden Reservekapazitäten exportierte Deutschland im Januar noch Strom ins Ausland.  Im Umkehrschluss können wir davon ausgehen, dass unsere Nachbarländer zu Zeiten, in denen in Deutschland eine Dunkelflaute herrscht, selbst jedes Kraftwerk für den Eigenverbrauch benötigen und keinen Strom nach Deutschland liefern können.  Die Hoffnung auf Hilfe von außen könnte sich als trügerisch erweisen, warnen die deutschen Arbeitgeberverbände. 

     

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    Tags:
    Windkraftwerk, Solarkraftwerk, Stromausfälle, Dunkelflaute, alternative Energien, Blackout, Gefahren, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Stefan Kapferer, Deutschland