12:28 05 Juli 2020
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    Der Zusammenschluss der Deutschen Börse und des London Stock Exchange steht offenbar wieder vor dem Aus, wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ berichtet.

    Zuvor hatte die EU-Kommission von der Londoner Börse LSE gefordert, deren Mehrheitsbeteiligung an der Handelsplattform MTS zu verkaufen. Der LSE-Vorstand erklärte jedoch, den neuen Forderungen des Regulierers nicht nachkommen zu können.

    „Angesichts der aktuellen Position der Kommission hält die LSE es für unwahrscheinlich, dass die Regulierungsbehörde die Fusion genehmigen wird“, heißt es in einer Mitteilung der Londoner Aktienplattform. Das Unternehmen werde jedoch weitere Schritte unternehmen, um eine Zustimmung zu erhalten.

    Erst im März vergangenen Jahres haben sich die Frankfurter und die Londoner Börse auf einen Zusammenschluss geeinigt. Bis spätestens Anfang dieses Jahres hätte so einer der weltgrößten Handelsplätze mit einem Marktwert von rund 30 Milliarden US-Dollar entstehen sollen.

    Nach dem Brexit-Votum in Großbritannien bekräftigten die beiden Wertpapierbörsen ihren Entschluss.

    Anfang dieses Monats wurde bekannt, dass die deutsche Staatsanwaltschaft gegen den Vorstand der Deutschen Börse, Carsten Kengeter, ermittelt. Ihm wird vorgeworfen, Insiderinformationen genutzt zu haben, um sich persönlich zu bereichern. Demnach soll der Börsenchef Aktien seines Unternehmens vor der Bekanntgabe der Fusionspläne gekauft haben. Nach der Ankündigung der Fusion sind die Wertpapiere um das Doppelte gestiegen.

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    Brexit, Londoner Effektenbörse (LSE), Deutschland, Großbritannien