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09:05 24 Juli 2019
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    Energy Eurasia: deutsches und russisches Wissen im Energiebereich gut kombinierbar

    © Sputnik / Vladimir Fedorenko
    Wirtschaft
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    Stephan Kohler, bis Ende 2014 Chef der Deutschen Energieagentur und jetzt Geschäftsführer der deutsch-russischen EnergyEfficiencyInvest Eurasia GmbH, spricht mit Sputnik über Projekte im Bereich der Energieeffizienz. Der Geschäftsbereich erstreckt sich auf Russland und Deutschland bis hin nach China und Zentralasien.

    Die Lösung der globalen Energieprobleme gilt als zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Wichtige Punkte sind hierbei der Ausbau der erneuerbaren Energien (Windenergie, Solarenergie, Bioenergie) sowie die Steigerung der Energieeffizienz. Dies sind die Prioritäten des Unternehmens.

    Unter Einbeziehung von deutschen Firmen realisiert Energy Eurasia ein Programm zur Modernisierung von Heizwerken in Russland. Das erste Pilotprojekt ist die Modernisierung des Heizwerkes an der Technischen Universität Jekaterinburg.  Es wird als Muster für weitere Werke in Russland genommen. Das Unternehmen unterstütze außerdem den Studentenaustausch zwischen den technischen Universitäten in Jekaterinburg und Berlin und berate deutsche Firmen, wie sie in Russland Fuß fassen können, sagt Stephan Kohler.

    Stephan Kohler
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    Stephan Kohler

    „Die Firma WILO zum Beispiel hat in der Nähe von Moskau ein neues Werk eröffnet, wo Pumpen hergestellt werden. Wir beraten WILO, und da sieht man, dass die Kooperation  zwischen Deutschland und Russland gerade im Energiebereich sehr gut funktioniert, so dass immer mehr deutsche Unternehmen in Russland Fabriken aufbauen, um hier zu produzieren.“

    Die Sanktionen, die im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise gegen Russland verhängt wurden, betreffen Energy Eurasia nicht, weil das Thema Energieeffizienz und Technologien in diesem Bereich nicht sanktioniert ist. Die Krim soll laut Kohler „ein interessanter Einsatzort für regenerative Energiequellen wie Solarenergie sein, weil auf der Krim ja sehr gut die Sonne scheint, oder Windenergie auf Grund der Halbinsellage. Die Krim wäre bestimmt ein spannendes Thema, aber wir haben dort noch kein konkretes Projekt geplant.“

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    Das Thema Energieeffizienz finde in Russland große Zustimmung, betonte Kohler: „Russland hat ein Programm aufgelegt, wo bis zum Jahr 2020 ungefähr drei Prozent der Stromversorgung aus regenerativen Energiequellen gewonnen werden sollen. In Russland gibt es ein großes Interesse an der Kooperation gerade mit Deutschland, weil wir in Deutschland in diesem Bereich viel Erfahrung haben.“

    Das sei aber keine Einbahnstraße, so Kohler. Deutschland sei auch an russischen Technologien interessiert, und man könne das deutsche und russische Wissen gut kombinieren.

    „Wir verfolgen ein konkretes Projekt, wo russische Patri-Technik ein Interesse auf dem deutschen Energiemarkt hat. Und wir in Deutschland brauchen Patri-Systeme, um dann den Strom effizienter speichern zu können. In Russland gibt es gute Technologien, die in Deutschland und Europa eingesetzt werden könnten. Also, deutsche Technologie für Russland und russische Technologie für die deutsche Energiewende.“

    In letzter Zeit wird immer öfter auf verschiedenen Ebenen über einen gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraum gesprochen. Dabei wird der Dialog zwischen der Europäischen Union und der Eurasischen Wirtschaftsunion hervorgehoben.

    „Dieser Gedanke ist ja nicht neu“,  sagte Kohler, „ihn hat Präsident Putin bereits vor Jahren bei seiner Rede im Deutschen Bundestag vorgeschlagen. Ich finde diese Idee spannend. Wir haben unsere Firma Energy Eurasia genannt, weil das ein hochinteressanter Wirtschaftsraum ist. Wir haben hier eine starke technologische Position, eine starke Rohstoffposition, so dass man regenerative Energiequellen mit der sicheren Erdgasversorgung durch Nord Stream 2 verbinden kann. Das ist die Zukunft, die man ausbauen muss“, betonte Kohler abschließend.

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    Tags:
    Energy Eurasia, Energieprobleme, Stephan Kohler, Deutschland, Russland