16:15 05 April 2020
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    Die Idee des Europas der zwei Geschwindigkeiten, die Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien nun wieder aktuell gemacht haben, löst in osteuropäischen EU-Ländern die Befürchtung, wirtschaftlich vom Westen abgehängt zu werden. Für Hans-Olaf Henkel, EU-Abgeordneter der Allianz für Fortschritt und Aufbruch, sind die Sorgen berechtigt.

    Länder wie Polen, Tschechien oder Großbritannien mit dem Brexit, aber auch Dänemark und Holland wollten nicht – anders als „Frau Merkel, Herr Schulz und Herr Juncker“ – die Vereinigten Staaten von Europa, betont er in einem Sputnik-Interview. „Es gibt Länder, die ein Europa der souveränen Staaten wollen, ein Europa der Vaterländer, wie es Charles de Gaulle formuliert hat“, erklärt der 77jährige. Das sei ein entscheidender Unterschied: „Da nutzt auch die Nebelbombe der unterschiedlichen Geschwindigkeiten nichts.“

    „Selbstverständlich kann ich das verstehen“, antwortet Henkel auf die Frage, ob er Verständnis für die Ängste kleinerer EU-Mitgliedsstaaten habe. Schließlich habe Europa auch ohne diese Regel schon unterschiedliche Tempi: „Nehmen sie etwa Schengen“, sagt der EU-Abgeordnete, „einige Länder sind bei dem Abkommen gar nicht dabei.“ Dann geht es um den Euro: „Neun der 28 Länder haben diese Währung nicht.“ Das bliebe auch. Denn von diesen ziehe keines den Euro noch ernsthaft in Erwägung.

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    Letztlich bleibe die Frage vom Anfang im Raum: „Steuert man mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf das gleiche Ziel hinaus oder auch auf unterschiedliche Ziele?“ Henkel beantwortet die Frage für sich selbst: „Das letzte wird jetzt der Fall sein.“

    Das komplette Interview finden Sie hier:

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    Tags:
    Brexit, EU, Hans-Olaf Henkel, Tschechien, Polen, Spanien, Italien, Dänemark, Niederlande, Großbritannien, Frankreich, Deutschland