19:11 29 März 2017
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    Darum verschiebt Polen die Einführung des Euro um zehn Jahre

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    Warschau hat die Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung um mindestens zehn Jahre verschoben. Das berichtete die Agentur Bloomberg unter Verwies auf den polnischen Vizepremier Mateusz Morawiecki.

    Wenn Polen solche Instrumente wie das Emittieren der Schulden, das Festlegen von Zinssätzen und das Drucken frei konvertierbarer Währung verliere, würde es eine solche Entscheidung sehr schnell bedauern, so Morawiecki.

    „In zehn oder 20 Jahren, wenn sich die wichtigsten Wirtschaftsparameter an die in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden angepasst haben, werden wir darüber nachdenken“, sagte er.

    Zugleich sagte der Chef der Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (Prawo i Sprawiedliwość, PiS), Jarosław Kaczyński, dass Polen nur dann den Euro einführen würde, wenn das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Land 85 Prozent von dem in Deutschland ausmacht. Laut Bloomberg liegt das BIP zurzeit bei 69 Prozent des durchschnittlichen EU-BIP.

    Vor dem Beitritt Polens zur EU im Mai 2004 soll sich diese Kennziffer auf weniger als 50 Prozent belaufen haben. Zugleich sei das Wachstumstempo der polnischen Wirtschaft höher als im EU-Durchschnitt.

    Laut Kaczyński würde die Einführung der europäischen Währung Polen „für immer in eine Peripherienation umwandeln“.

    Nach der Wiederwahl von Donald Tusk zum EU-Ratspräsidenten hatte sich Warschau im März geweigert, die Abschlusserklärung des EU-Gipfels zu unterzeichnen. Zuvor hatten die EU-Staats- und Regierungschefs trotz des Protestes der polnischen Regierung Tusk erneut zum Ratspräsidenten gewählt.

    Die polnischen Behörden hatten zuvor wiederholt betont, dass sie die Kandidatur ihres Ex-Ministerpräsidenten Donald Tusk als Ratspräsident für eine zweite Amtszeit nicht unterstützen würden, da Polens Ex-Premier die Interessen seines Landes in den europäischen Instituten „nicht vorangebracht“ und das Land auch noch kritisiert habe.

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    Tags:
    Einführung, Euro, BIP, Bloomberg, Jarosław Kaczyński, Mateusz Morawiecki, Donald Tusk, Polen
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    Alle Kommentare

    • Der Elegante Mr.Putin
      Die polnische Wirtschaft, hätte dem Euro
      gerade noch gefehlt...!!
    • No, you can't!
      Kurz gesagt, Polen wird den Euro nie einführen und sie tun auch gut daran. In 10-20 Jahren wird auch der letzte Vollpfosten begriffen haben und ganz hautnah sehen können, was für ein haarsträubendes Desaster diese von Beginn an absurde Währungsunion für Europa und die EU geworden ist. Falls es den Euro in 20 Jahren überhaupt noch gibt.
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      sophie.ostermann
      Noch ärmeren Ländern wie Polen wird der Euro aufs Auge gedrückt. Polen hat man genügend Zeit gegeben. Aber praktisch für sie. Dadurch sind sie konkurrenzfähiger. Aber gerecht ist es allemal nicht
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      Metatron
      Das pro Kopf BIP Polens liegt aktuell bei unter 40% von dem Deutschlands. Also werden die nie den Euro kriegen :)
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      viele menschen
      Ich würde den Euro – über dem andere korrupte und Gierige bestimmen – nie einführen!
      Auch nicht wenn alle EU Staaten unter der Diktatur aus Brüssel zufällig gewollt (manipuliert wie in Griechenland zum Euro Beitritt) fast den gleichen BIP hätten. Denn die gierigen Pappnasen in Brüssel und dem nicht wählbaren Selbstbedienungsladen der EZB, der nicht den Gesetzen des Landes unterliegt, können die nach belieben tauschen.
      Hierzu muss man sich die Einmischung der EZB in die griechische Wirtschaft und den Zwangsverkauf von Staatsunternehmen mal vor Augen führen!
      – Willkür – und Menschenrechtswidrige - Volks-vernichtende Aktionen wurden den Griechen abgepresst, während Typen wir z.B. der Schulz (SPD) sich die Taschen füllte und der Steuerflucht-Oase Luxemburg beistand.
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      wwwbuerger
      Zu einer gesunden Wirtschaft gehört nicht nur der Euro-Banksystem alleine, oder eine "Bankmonokultur" (entweder nur westlich, oder östlich, oder nur Dollar ...) , sondern eine Vielzahl an verschiedenen Banksystemen die im Wettbewerb stehen und unzählige Dienstleistungen anbieten... (Natürlich unter einer staatlichen Aufsicht und Kontrolle, damit es nicht zu unerwünschen Ausuferungen kommen kann). Die Bankenvielfalt soll genau so normal sein, wie die Freude über die Ansiedelung namhaften Firmen ist, die im Land ansiedeln und investieren wollen... Die ukrainer machen einen Fehler, wenn sie gegen russiche Banken vorgehen und nur eine CIAnistische Bank-Monokultur einführen, die krisenhaft belastet ist und wie in Zypern, oder Griechenland die Guthaben der Bürger eigenmächtig enteignen und beschneiden kann und die Bürger, gar keine ausweich-Möglichkeit haben !! Es geht dabei um die Wirtschaft, Absicherung der Bevölkerung und weniger um die Idee eines Regimes, der gut, schlecht, unfähig, diktatorisch etc.. seien kann. (das ist nicht nur meine Meinung, sondern in vielen Staaten so praktiziert)
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      pazi
      das mit den 85% ist eine auch für mich richtige Entscheidung, für andere wirtschaftlich schwache EU-Länder wäre das sicher auch richtiger als sich mit dem Euro zu quälen und wirtschaftlich nicht vorwärts zu kommen.
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      pazi
      der 85% Standpunkt ist für Polen und andere wirtschaftlich schwache EU-Länder eine Empfehlung, auch wenn sie den Euro schon haben.
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      so-prt
      Sehr gute Entscheidung, so wie es jetzt aussieht, ist es doch eher fraglich, ob die EU und die Gemeinschaftswährung EURO überhaupt noch in 10 Jahren existiert!
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