13:38 20 August 2017
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    Darum verschiebt Polen die Einführung des Euro um zehn Jahre

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    Warschau hat die Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung um mindestens zehn Jahre verschoben. Das berichtete die Agentur Bloomberg unter Verwies auf den polnischen Vizepremier Mateusz Morawiecki.

    Wenn Polen solche Instrumente wie das Emittieren der Schulden, das Festlegen von Zinssätzen und das Drucken frei konvertierbarer Währung verliere, würde es eine solche Entscheidung sehr schnell bedauern, so Morawiecki.

    „In zehn oder 20 Jahren, wenn sich die wichtigsten Wirtschaftsparameter an die in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden angepasst haben, werden wir darüber nachdenken“, sagte er.

    Zugleich sagte der Chef der Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (Prawo i Sprawiedliwość, PiS), Jarosław Kaczyński, dass Polen nur dann den Euro einführen würde, wenn das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Land 85 Prozent von dem in Deutschland ausmacht. Laut Bloomberg liegt das BIP zurzeit bei 69 Prozent des durchschnittlichen EU-BIP.

    Vor dem Beitritt Polens zur EU im Mai 2004 soll sich diese Kennziffer auf weniger als 50 Prozent belaufen haben. Zugleich sei das Wachstumstempo der polnischen Wirtschaft höher als im EU-Durchschnitt.

    Laut Kaczyński würde die Einführung der europäischen Währung Polen „für immer in eine Peripherienation umwandeln“.

    Nach der Wiederwahl von Donald Tusk zum EU-Ratspräsidenten hatte sich Warschau im März geweigert, die Abschlusserklärung des EU-Gipfels zu unterzeichnen. Zuvor hatten die EU-Staats- und Regierungschefs trotz des Protestes der polnischen Regierung Tusk erneut zum Ratspräsidenten gewählt.

    Die polnischen Behörden hatten zuvor wiederholt betont, dass sie die Kandidatur ihres Ex-Ministerpräsidenten Donald Tusk als Ratspräsident für eine zweite Amtszeit nicht unterstützen würden, da Polens Ex-Premier die Interessen seines Landes in den europäischen Instituten „nicht vorangebracht“ und das Land auch noch kritisiert habe.

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    Tags:
    Einführung, Euro, BIP, Bloomberg, Jarosław Kaczyński, Mateusz Morawiecki, Donald Tusk, Polen
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