22:56 26 Juni 2017
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    „Kommt zuerst ein Crash oder kommt zuerst ein Krieg?“ Experte zu Krise in USA

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    Wirtschaft
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    „Die USA stehen mehr oder weniger vor einem Bürgerkrieg“, meint der Wirtschaftsexperte und Buchautor Ernst Wolff. Ursache dafür ist aus seiner Sicht die große soziale Ungleichheit in den USA sowie die riesige Schuldenbelastung des Landes. Im Interview mit Sputnik hat der Experte vor der Gefahr eines großen Krieges in Folge der Krise gewarnt.

    Wolff gab sich im Gespräch mit Sputnik-Korrespondent Bolle Selke pessimistisch:  „Wir befinden uns auf jeden Fall in einer Abwärtsspirale und die Probleme werden nicht weniger werden, sondern die Probleme wachsen an allen Ecken und Enden.“ Er sieht nicht nur die Europäische Union (EU) als „sehr belastet“ an und stellt deren Überleben in Frage. Er warnt auch vor einem Bürgerkrieg in den USA in Folge der sozialen Ungleichheit mit „historischem Ausmaß“ sowie der „riesig großen“ Schuldenbelastung der führenden westlichen Macht.

    Die letzte Option heißt Krieg: Der Finanz-Tsunami nimmt seinen Lauf

    Auf die Frage zu den Schulden der USA und den Spielräumen des Präsidenten meinte der Experte, dass Donald Trump nichts anderes tun könne als sein Vorgänger Barack Obama. Wenn die USA am Donnerstag, dem 16. März, die 2015 festgesetzte Schuldenobergrenze von 19,86 Billionen Dollar erreicht haben, werde der Ablauf der gleiche wie bisher sein: „Es wird erstmal ein bisschen Wirbel um die Sache gemacht werden, aber dann wird die Obergrenze nach oben gehoben werden.“

    Wolff erläuterte: „Man muss aber diese Obergrenze im Vergleich zur wirtschaftlichen Leistung der USA sehen. Die Schuldenquote in den USA, das heißt, das Verhältnis zwischen Schulden und Bruttoinlandsprodukt, betrug im Jahre 2007 64 Prozent. Das war ein Jahr vor der großen Krise. Diese Schuldenquote beträgt heute 107 Prozent, das heißt, das Land ist heute in einem viel schlechteren Zustand. Zur gleichen Zeit ist die Explosion der sozialen Ungleichheit ungeheuer vorangeschritten.“

    Krieg als Ausweg aus der Krise?

    Der Wirtschaftsexperte und Autor des Buches „Weltmacht IWF“ sieht die USA vor riesigen Problemen. Die möglichen Folgen beschrieb er gegenüber Sputnik: „Ich denke, dass die ganz große Frage, die sich im Moment stellt, eigentlich eine sehr tragische ist. Das ist nämlich die Frage: Was kommt zuerst? Kommt zuerst ein Crash oder kommt zuerst ein Krieg?“ Wolff verwies darauf, „dass überall aufgerüstet wird, und an der Spitze dieser Aufrüstung stehen die USA.“ Diese habe „drei potenzielle Kriegsgegner im Visier: Das eine ist Russland, das andere ist China und das dritte ist der Iran“.

    Er beschrieb die Kriegsgefahr als real: „Meine Vermutung ist die, dass zur Abwendung der ganz großen Krise die USA zum Mittel des Krieges greifen werden und zwar im Nahen Osten. Ich vermute, dass der Krieg im Nahen Osten ganz gewaltig ausgeweitet werden wird, weil da im Hintergrund eben der niedrige Ölpreis die Finanzindustrie in den USA ganz gewaltig stört. Ich denke, dass die Aussichten im Moment sehr gefährlich sind."

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    Tags:
    Wirtschaft, IWF, Donald Trump, Barack Obama, Ernst Wolff, USA