02:06 23 November 2019
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    Handelsblockade gegen den Donbass (Archivbild)

    Kiew spürt Folgen der Donbass-Blockade – ukrainischer Politiker

    © REUTERS / Konstantin Chernichkin
    Wirtschaft
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    Die Ukraine hat infolge der Handels- und Verkehrsblockade gegen den Donbass bereits ihre Stellung am Weltmarkt für Stahl verloren, sagte der Vorsitzende der gesellschaftlichen Bewegung „Ukrainische Wahl – das Recht des Volkes“, Viktor Medwedtschuk, am Samstag.

    „Die Vereinigung World Steel teilt mit, dass die Ukraine im Februar 2017 erstmals seit 25 Jahren Unabhängigkeit von der Top-Ten-Liste der führenden Stahlproduzenten verschwunden ist. Die Stahlerzeugung durch die ukrainischen Hersteller ist im Februar dieses Jahres um 3,6 Prozent auf 1,9 Millionen Tonnen zurückgegangen“, so Medwedtschuk.

    Der Politiker verwies außerdem auf den rapiden Preisanstieg bei Kohle als eine weitere Folge der Donbass-Blockade. So habe sich die wertvolle Anthrazitkohle von 1757 Griwna je Tonne auf 2222 Griwna (81,9 US-Dollar) verteuert, so Medwedtschuk. Nach seiner Berechnung sind die Kohlepreise in der Ukraine durchschnittlich um 26,5 Prozent gestiegen. „Das ist erst der Anfang! Die wirtschaftlichen Hauptfolgen der Handels- und Verkehrsblockade des Donbass stehen noch bevor“, ergänzte er.

    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko verurteilte die Handlungen der Radikalen, die der ukrainischen Wirtschaft empfindlichen Schaden zugefügt haben. Trotz alledem hat der ukrainische Sicherheits- und Verteidigungsrat am 15. März beschlossen, die Verkehrsverbindung mit der Region Donbass zu unterbrechen, und damit faktisch den Forderungen der Radikalen entsprochen.

    Das Ministerkabinett in Kiew hatte am 15. Februar Notmaßnahmen im Energiebereich angekündigt, die am 16. März um einen weiteren Monat verlängert wurden. Die Nationalbank der Ukraine hat die BIP-Prognose für 2017 von 2,8 Prozent auf 1,9 Prozent herunterkorrigiert.

    Eine Gruppe ehemaliger Teilnehmer an der Militäroperation im Donbass, darunter Abgeordnete der Werchowna Rada (ukrainisches Parlament), hatten Ende Januar aus Protest gegen die Handelsbeziehungen mit den „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk die Güterbahnstrecke auf dem von Kiew kontrollierten Territorium des Gebietes Lugansk blockiert. Später wurden auch zwei Bahnstrecken im Gebiet Donezk gesperrt.

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