14:12 28 Januar 2020
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    In Russland soll das letzte erkundete Öl-Großvorkommen an Land versteigert werden. Experten zeigen sich jedoch zuversichtlich: Es gibt noch riesige Lagerstätten am Kontinentalschelf. Zwar sind die Selbstkosten bei Schelf-Öl höher, doch kann dieses aufgrund steigender Nachfrage auch rentabel sein. Die Onlinezeitung vz.ru geht ins Detail.

    Die russischen Behörden haben das Ölfeld Erginskoje nahe Chanty-Mansijsk zum Verkauf angeboten. Es geht laut vz.ru um das letzte noch nicht vergebene Öl-Großvorkommen an Land in Russland. Die Auktion soll im Mai beginnen. Der Startpreis liegt bei umgerechnet 114 Millionen Euro.

    Zuvor im März hatte der russische Energieminister Alexander Nowak gesagt, Russland verfüge über erkundete Öl- und Gasvorräte für mehr als 50 Jahre. Dazu habe der arktische Kontinentalschelf ein riesiges Potenzial.

    Nun kommentiert die Onlinezeitung, ein Teil der westsibirischen Vorkommen sei bald wirklich ausgeschöpft. Russland habe aber auch eine Reihe von Großvorkommen, die noch nicht in der Bilanz stünden. Etwa die Vorräte am Schelf der Barentssee schätze man auf insgesamt 7,4 Milliarden Barrel.

    Experte Roman Tkatschuk von Alpari weist allerdings darauf hin, dass es noch nötig sein werde, eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen, um neue Lagerstätten auszubeuten. Man brauche auch ausländische Geschäftspartner, um sich einen Absatzmarkt zu sichern. 

    „Nach unseren Einschätzungen werden die meisten Projekte in Ostsibirien und am Schelf bei Ölpreisen von 60 bis 80 US-Dollar pro Barrel rentabel. Um den arktischen Festlandsockel auszubeuten, braucht man aber auch moderne Technologien, die den westlichen Ländern zur Verfügung stehen. Es könnte deshalb auch darauf ankommen, ob die Sanktionen aufgehoben werden“, so Tkatschuk.

    Konstantin Simonow, Chef der russischen Denkfabrik National Energy Security Fund, räumte ein, dass Öl am Schelf teurer sei als an Land. Doch, wie er betonte, teures Öl sei jedenfalls besser als gar keines. 

    In diesem Sinne sei die Schiefer-Revolution in den USA deshalb wichtig gewesen, weil sie die Bedeutung von „nicht traditionellem“ Öl hervorgehoben habe. In den USA gebe es also Schieferöl, in Kanada Ölsand und in Russland eben Schelf-Vorkommen, so Simonow.

    Er weist auch darauf hin, dass der Ölverbrauch zunehme: „Im vergangenen Jahr ist die Nachfrage nach Öl schneller gewachsen als im Jahrzehnt-Durchschnitt. Es gibt keine Anzeichen für einen Gegentrend.“

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    Tags:
    Erdöl, Alexander Nowak, Russland