23:07 20 November 2019
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    Das Kap Plaka auf der Südküste von Krim

    Unternehmer: Krim benötigt Investitionen – Sanktionen behindern Tourismus

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    Wirtschaft
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    Die Menschen auf der Krim leiden unter den EU-Sanktionen. Das bedauert Daniel Först. Der deutsche Investmentunternehmer hat vor kurzem mit anderen Geschäftsleuten die Schwarzmeerhalbinsel besucht. Die Sanktionen blockieren die Wirtschaft der Krim und Investitionen aus dem Ausland, kritisiert der Unternehmer.

    „Die Krimeinwohner können die Wirtschaft nicht in Schwung bringen“, sagte Först im Interview mit Sputnik-Korrespondent Nikolaj Jolkin. „Die Krim kann vom Tourismus gut leben, aber man kann aus der EU nicht direkt hierher fliegen. Dadurch schließt man den europäischen Tourismus komplett aus.“

    Er selbst müsse über Moskau fliegen, was umständlich sei. „Man muss zu einem anderen Flughafen in Moskau zum Umsteigen fahren, dann hat man lange Wartezeiten.“ Das sei besonders für Urlauber mit Kleinkindern hinderlich und würde von einer solchen Reise abschrecken. Das sei „ein Riesenhandicap für den Tourismus“, bedauerte der Unternehmer.

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    Först habe deshalb keine ausländischen Touristen auf der Krim bemerkt, nur Russen. Es sei aber auch keine Ferienzeit, obwohl die Krim von sich aus facettenreich und historisch sehr interessant sei. „Wir haben uns die alten Städte von Griechen und Römern angeschaut, sowie den alten Palast der Zarenfamilie“, beschrieb er seine Eindrücke.

    Reiche Möglichkeiten für vielfältige Investitionen

    Was die Investitionen betrifft, so „hat die Halbinsel einen großen Nachholbedarf in der Infrastruktur und Nahversorgung“, meinte der Investmentunternehmer. „Die Tourismusbranche, Hotels und Immobilien benötigen Einiges an Investitionen.“

    Först bezeichnete das ukrainische Einreiseverbot für Krim-Besucher als „Quatsch“. „Ich habe niemandem etwas Negatives getan. Ich wollte mir nur ein Bild vor Ort machen. Deswegen empfinde ich als sinnlos, wenn es für einen Deutschen Sanktionen und Einreiseverbot geben würde. Das wäre total unverständlich.“

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    Der Unternehmer schloss nicht aus, dass er oder seine Geschäftspartner nichtsdestotrotz auch in der Ukraine investieren würden, weil sie international tätig sind. „Wir sind flexibel und können in Afrika und in Südamerika investieren, in allen möglichen Ländern.“

    Er warnte: „Wenn man auf uns als Wirtschaftsleute, die neutral unterwegs sind, neutral agieren und nur Investitionsorte suchen, ein Einreiseverbot, Sanktionen oder ähnliches  verhängt, dann würde man nur dem eigenen Volk schaden, weil das ihm Geld und Arbeitsplätze fernhalten würde.“

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    Sanktionen, Daniel Först, Krim, Russland