Widgets Magazine
19:19 20 Oktober 2019
SNA Radio
    vorläufige Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen in Frankreich auf einem Bildschirm

    Henkel: Emmanuel Macron ist nicht der richtige Mann für Reformen

    © REUTERS / Charles Platiau
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    10755
    Abonnieren

    Die Franzosen haben mit der Abstimmung am Sonntag die etablierten Parteien abgestraft, was aber nach Ansicht des Ökonomen und konservativen EU-Politikers Hans-Olaf Henkel. „ kein Wunder“ ist. Allerdings steht dem designierten Präsidenten Emmanuel Macron eine „Herkules-Aufgabe“ bevor. Ob er aber dieser Aufgabe auch gewachsen ist?

    Henkel, der 12 Jahre in Frankreich gelebt hat, bezweifelt jedoch, dass sich etwas ändern wird. Mit Blick auf die französische Geschichte sagte der Europa-Abgeordneter der Partei Liberal-Konservative Reformer (LKR): „Immer dann, wenn ein Präsident versucht hat, etwas zu ändern, sind die Leute auf die Straße gegangen und haben Änderungen verhindert.“ Insofern sei die Frustration der Wähler, die sich im Wahlergebnis zeige, verständlich.

    Der Sieger der Stichwahl in knapp zwei Wochen steht für den 77-jährigen bereits jetzt fest: Emmanuel Macron werde neuer Staatspräsident. Ob der wirtschafts- und sozialliberale EU-Befürworter der richtige Mann für Reformen sei, bezweifelte Henkel im Sputnik-Gespräch. „Erstens: Man darf nicht vergessen: Macron war Wirtschaftsminister unter Manuel Valls. Ich kann mich nicht erinnern, dass er durch besondere Reformfähigkeit in diesem Amt aufgefallen ist. Zweitens: Er ist als Parteiloser angetreten. Er braucht Unterstützung aus dem Parlament. Wenn er einen Premierminister und ein Kabinett vorschlägt, muss das Parlament das absegnen. Er muss die Unterstützer zusammensammeln. Das wird eine Herkules-Aufgabe, eigentlich hätte er schon damit anfangen müssen.“

    Der frühere AfD-Mitbegründer und Ex-Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI) hält einen ähnlicher Aufstieg eines Politikers in der Bundesrepublik wie dem Macrons für denkbar. „Wenn wir ökonomisch so weiter machen, auf jeden Fall“, befürchtet Henkel. Denn das deutsche Wirtschaftswachstum (1,6 Prozent) hinke dem weltweiten Wachstum (über drei Prozent) hinterher. Zudem sei der Euro zu schwach für die heimische Wirtschaft. „Wir überschwemmen die Welt mit unseren Produkten, die eigentlich viel zu billig sind.“ Das räche sich schon sehr bald. Deutschland sei in der Euro-Zone zwar „der Einäugige unter den Blinden“. „Aber wir sollten uns mal wieder angewöhnen, uns mit dem Rest der Welt zu vergleichen“, fordert der Ökonom und konservative Politiker.

    Das komplette Interview finden sie hier:

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Finanzexperte Wolff: Der Opportunist Macron steht für das ganz große Geld
    Sieg von Macron für Kreml unerwünscht? – Putin-Sprecher nimmt Stellung
    Le Pen oder Macron? Erdogan!
    Nun ist’s offiziell: Macron gewinnt erste Wahlrunde – Großstädte wollen keine Le Pen
    Tags:
    nicht ausreichend, Reformen, Präsidentenwahl, En Marche, Emmanuel Macron, Frankreich