09:05 18 Juli 2018
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    Drescher während Ernte im Ural-Gebiet

    Sanktionen versagen: Russland ist neue Agrar-Supermacht – Zeitung

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    Wirtschaft
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    Für Russlands Landwirtschaft war es gut: Moskaus Lebensmittelembargo, das als Reaktion auf europäische Sanktionen 2014 verhängt wurde. Davon ist das französische Wirtschaftsblatt „Les Echos“ überzeugt. Die Zeitung sieht Russland gar als neue Agrar-Supermacht.

    Russland hat auf Selbstversorgung gesetzt und seine landwirtschaftliche Produktion in nur wenigen Jahren immens gesteigert, wie das Blatt schreibt. Bei bestimmten Getreidesorten ist das Land heute sogar weltweit führend.

    „Innerhalb weniger Jahre ist Russland zu einer Agrar-Supermacht aufgestiegen, größtenteils wegen des Weizens“, so die Zeitung. 120 Millionen Tonnen Weizen hat das Land allein im vergangenen Jahren geerntet, wie aus den Daten des russischen Statistikamts Rosstat hervorgeht. Dies ist der größte Ertrag seit dem Ende der Sowjetunion. Und deshalb mache Moskau den US-Amerikanern und Europäern Marktanteile in Asien, Südamerika und Afrika streitig, schreibt „Les Echos“.

    Ernte in Sibirien
    © Sputnik / Aleksandr Kryashew
    „US-Farmer, die einstmals die ganze Erde ernährten, sind überholt worden“, schreibt die französische Zeitung. Seit den Siebzigerjahren sind die US-Ausfuhren von Mais, Soja und Weizen um die Hälfte geschrumpft. Russlands Weizenexporte sind in den letzten zehn Jahren indes um 61 Prozent gestiegen, der Export von Mais hat sich sogar verdreifacht, wie aus einer Statistik des US-Agrarministeriums hervorgeht.

    Inzwischen generiert Russland mehr Einnahmen durch Agrarexporte als durch Waffenverkauf. Weizen-, Gemüse-, Schweinfleisch- und Geflügelimporte braucht Russland nicht mehr. Die Sanktionen hätten versagt, schreibt „Les Echos“. Und die Rubel-Abwertung habe die russische Landwirtschaft zusätzlich gestützt, stellt das Blatt fest, denn Russlands Exporte seien dadurch günstiger geworden.

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    Tags:
    Versagen, Boom, Agrarindustrie, Sanktionen, Les Echoes, Russland
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