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    Gazprom erhöht Forderungen gegenüber Naftogaz um fünf Mrd. Dollar

    © REUTERS / Dado Ruvic
    Wirtschaft
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    Der russische Gazprom hat die Forderungen gegenüber dem ukrainischen Konzern Naftogaz vor dem Stockholmer Schiedsgericht um 5,3 Milliarden US-Dollar erhöht. Die Gesamtsumme beläuft sich somit auf 37 Milliarden Dollar, wie aus dem aktuellen Finanzbericht des Unternehmens gemäß den Internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS hervorgeht.

    Demnach soll die Summe von 37 Milliarden US-Dollar „die Forderungen zu den Verschuldungen infolge des gelieferten Gases von Mai bis Juni 2014, die Zahlungen nach der Vertragsklausel ‚take or pay‘ für die Jahre 2012-2016 sowie Säumniszuschläge“ enthalten.

    Das Stockholmer Schiedsgericht wird die Entscheidung in dem juristischen Streit zwischen Gazprom und Naftogaz voraussichtlich am 30. Juni fällen, heißt es weiter.

    Zuvor hatte der ukrainische Ministerpräsident Wladimir Groisman vorgeschlagen, im Falle einer Niederlage vor dem Stockholmer Schiedsgericht dem russischen Konzern die ehemalige Premierministerin des Landes Julia Timoschenko zu übergeben, welche den umstrittenen Gasliefervertrag im Jahr 2009 unterzeichnet hatte.

    „Dann werden wir Timoschenko statt Geld übergeben müssen: Wenn sie das unterzeichnet hat, soll sie dafür auch die Verantwortung tragen. Warum sollen dafür die Ukrainer zahlen?“ empörte sich Groisman.

    Die Ukraine besteht auf einer Unterzeichnung des Zusatzabkommens zu dem Vertrag, welches  dann aber den ursprünglichen Vertrag verändern und den Prozess nicht zugunsten Russlands entscheiden würde.

    Am 16. Juni 2014 hatte Gazprom den ukrainischen Gasversorger Naftogaz vor dem Schiedsgericht der Handelskammer Stockholm zur Zahlung der offen stehenden Schulden für geliefertes Erdgas und der anstehenden Zinsen dafür verklagt. Laut der Vertragsklausel „take or pay“ soll der Käufer für die festgelegte Menge zahlen, unabhängig davon, ob er sie letztlich abnimmt, oder nicht.

    Am selben Tag hatte sich die Ukraine mit der Klage gegen Gazprom an das Stockholmer Schiedsgericht gewandt, im Nachhinein den Erdgaspreis zu ändern und alle seit dem 20. Mai 2011 getätigten Überbezahlungen  — insgesamt nicht weniger als  sechs Milliarden Dollar — zurückzuerstatten. Das ukrainische Unternehmen forderte außerdem, jene Vertragsbestimmung aufzuheben, welche den Verkauf des ihm gelieferten Erdgases ins Ausland untersagt.

     

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    Tags:
    Strafen, Erhöhung, Forderung, Gericht, Streitigkeiten, Gaslieferungen, Naftogaz, Gazprom, Schweden, Ukraine, Russland