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20:58 15 Oktober 2019
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    Russisches Militärwerk

    Impuls und zugleich Belastung für Wirtschaft: Russlands Rüstungsprogramm

    © Sputnik / Ewgenij Kuzmin
    Wirtschaft
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    Im Vergleich zu Russland geben die USA deutlich mehr Geld für Militärzwecke aus. Der Anteil dieser Ausgaben am BIP ist in Russland allerdings höher. Ist diese Belastung für die Wirtschaft gerechtfertigt? Die russische Zeitschrift „Profil“ beschäftigt sich mit der Frage.

    Wie die Zeitschrift unter Berufung auf das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI berichtet, betrugen die Militärausgaben aller Länder im vergangenen Jahr insgesamt 1,68 Billionen US-Dollar und machten 2,2 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts aus.

    Der absolute Spitzenreiter sind die USA. Ihre Militärausgaben beliefen sich 2016 auf 611,2 Milliarden Dollar. Russland rangierte mit 69,2 Milliarden Dollar hinter China auf Platz drei weltweit. Der US-amerikanische und der chinesische Anteil am weltweiten Militärhaushalt betragen jeweils mehr als ein Drittel und ein Siebtel. Russlands Anteil macht nur 4,1 Prozent aus.

    Die Zeitschrift schreibt: „Seit sechs Jahren (im Verhältnis zum Stand 2010) erhöhte Russland seinen Militäretat um 58,7 Prozent. Die USA, die als unser geopolitischer Hauptrivale bezeichnet werden, reduzierten ihren Militärhaushalt indes um 20,1 Prozent (…) Im Wahlkampf versprach Donald Trump, den Militäretat wieder aufzustocken, und beklagte sogar, der aktuelle Haushalt führe zu einer Abmagerung der US-Streitkräfte.“

    Im Hinblick auf die Vorgeschichte stellt die Zeitschrift fest, nach dem Zerfall der Sowjetunion habe Russland angesichts der Wirtschaftsmisere seine Militärausgaben um nahezu 90 Prozent gekürzt. Die USA hätten ihren geopolitischen Rivalen verloren und ihre Ausgaben im Militärbereich deshalb ebenfalls drastisch reduziert – um fast ein Drittel.

    Die Terror-Attacke auf New York im Jahr 2001 habe einen drastischen Wandel bewirkt: „Die USA erklärten dem Terrorismus den Krieg. Ein neuer Feind wurde gefunden. Dieser wurde zu einer Rechtfertigung für eine neue Spirale des Wettrüstens.“

    Die Weltwirtschaftskrise 2008 habe das Wachstum der US-Militärausgaben gestoppt. Russland habe im Jahr 2010 dagegen ein neues Rüstungsprogramm angenommen. Der Anteil der Militärausgaben am russischen BIP sei mittlerweile auf 5,3 Prozent gewachsen, hieß es.

    In diesem Zusammenhang fragt die Zeitschrift, ob Russland wirklich solch einen hohen Anteil braucht.

    „Viele sind der Meinung, dass der Zerfall der Sowjetunion und deren Niederlage im Kalten Krieg eben auf wirtschaftliche Gründe zurückgingen: Die damalige Bestrebung, den Militäretat aufrechtzuerhalten, obwohl die Wirtschaft im Verhältnis zu den USA immer mehr zurückblieb, lief auf einen übermäßigen Anteil der Militärausgaben hinaus und löste eine starke Unzufriedenheit der Menschen aus.“

    „Man weist darauf hin, dass die Rüstungsbranche die russische Wirtschaft stimuliere. Das stimmt zwar, das Problem besteht jedoch darin, dass diese Stimulierung künstlich ist. Wird man die Staatsausgaben kürzen, wird die Wirtschaft sofort schrumpfen. Das war gerade einer der Gründe für jede tiefe Talfahrt des russischen BIP in den 1990er Jahren nach der drastischen Kürzung der Militärausgaben“, mahnt die Zeitschrift.

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    Tags:
    Analyse, Bewertung, Rüstung, Armee, Russland