14:55 26 Juni 2019
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    Details zum chinesischen Großaktionär der Deutschen Bank: „Viel Unklares um Eigner“

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    Wirtschaft
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    Nachdem die chinesische HNA Group zum größten Aktionär der Deutschen Bank aufgestiegen ist, nimmt die russische Zeitschrift „Expert“ ihre Geschichte unter die Lupe – und stößt auf manche Unklarheiten.

    „Über den neuen führenden Anteilseigner des größten deutschen Kreditinstituts ist nicht viel bekannt, obwohl er in den ersten Maitagen am meisten Schlagzeilen in der Finanzwelt machte“, stellt die Zeitschrift in ihrer Onlineausgabe fest.

    Nach ihren Angaben hält die HNA Group mittlerweile 9,92 Prozent der Anteile an der Deutschen Bank – dieses Aktienpaket wurde Anfang Mai auf rund 3,4 Milliarden Euro geschätzt.

    „Die HNA Group wurde 1993 auf der Insel Hainan mit Hilfe der dortigen Behörden gegründet. Damals hieß das Unternehmen noch Hainan Airlines und beschäftigte sich ausschließlich mit Lufttransporten, was aus seinem Namen eigentlich hervorging. Seitdem erweiterte die HNA ihren Tätigkeitsbereich deutlich und wurde zu einem diversifizierten Konglomerat mit Aktiva im Gesamtwert von rund 90 Milliarden US-Dollar“, so der Bericht.

    Das Unternehmen investiere intensiv in die Branchen wie Tourismus, Logistik und Finanzdienstleistungen. In den Jahren 2016 und 2017 habe es den amerikanischen IT-Großhändler Ingram Micro und den Schweizer Airline-Catering-Konzern Gategroup gekauft, aber auch je ein Viertel der Anteile an Hilton Worldwide Holdings und an Old Mutual, hieß es.

    „Formell ist die HNA kein Staatsunternehmen, doch ihr Präsident Chen Feng nahm an den beiden jüngsten Parteitagen des Kommunistischen Partei Chinas teil. Es ist auch bekannt, dass das Unternehmen im Jahr 2008 ein Joint Venture mit einer Firma gründete, die wiederum einer Gruppe angehörte, deren Leiter ein Sohn von He Guoqiang war, dem damaligen Sekretär der Disziplinkontrollkommission beim Zentralkomitee“, schreibt „Expert“.

    „Auch um die Eigner der HNA gibt es viel Unklares. Einer der größten Aktionäre wohnt beispielsweise, wenn man der Webseite des Unternehmens glaubt, in einem halb zerfallenen Haus in einem armen Stadtteil Pekings“, heißt es im Bericht.

    „Einen großen Schritt voran machte die HNA dank beachtlicher Kredite von Gläubigern, die eine Unterstützung des Staates genießen. Trotz aller Rätselhaftigkeit des Unternehmens wissen selbst US-Politiker von ihm. Im Januar des laufenden Jahres willigte die HNA ein, die amerikanische Investmentfirma SkyBridge Capital zu kaufen. Deren Präsident ist Anthony Scaramucci, der Geld für den Wahlkampffonds von Donald Trump sammelte. Trump ernannte Scaramucci zu seinem Berater in Sachen Business-Kontakte, doch diese Ernennung wurde nicht bestätigt – unter dem Vorwand eines Interessenkonflikts“, so der Bericht weiter.

     

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