09:03 21 September 2020
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    Die Russland-Sanktionen nutzen vor allem der Wirtschaft des Landes, wie der Experte der Landesbank, Heinrich Steinhauer, gegenüber der „Ostthüringer Zeitung“ sagte.

    „Das (die Russland-Sanktionen – Anm. d. Red.) bringt Schaden, aber auch Nutzen für die russische Wirtschaft. Die Diversifizierung schreitet weiter voran, also die heimische Wirtschaft erschließt sich weitere Bereiche, die bislang nicht besetzt waren. Die Wertschöpfung im eigenen Land steigt“, sagte der Experte.

    Steinhauer ist der Auffassung, dass es durch die Einschränkungen den nötigen Druck von außen gebe, um „die neuen Wirtschaftsfelder zu erschließen“. Als Beispiel dafür führte der Experte die Landwirtschaft an, in der Russland immer weniger Waren des täglichen Bedarfs importieren müsse. Russland sei vielmehr schon selbst zum Exporteur geworden. „Das lässt sich auch auf andere Wirtschaftsbereiche übertragen“, erläuterte er.

    Er betonte dabei, dass es nicht sinnvoll für deutsche Unternehmen sei, abzuwarten: „Es wäre fatal, eigene Netzwerke in Russland ruhen zu lassen“. Er meint, dass auch Thüringer Unternehmen viele Chancen auf neue Exportgeschäfte mit Russland in vielen Bereichen hätten, vor allem in Industriezweigen, in denen Technologien eingesetzt werden, die nicht auf der Sanktionsliste stehen. „Russland ist sehr begierig, sich technologisch gut aufzustellen – davon können gerade deutsche Firmen profitieren“, so Steinhauer abschließend.

    Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sind seit dem Ausbruch der Ukraine-Krise im Jahr 2014 nachhaltig belastet. Die EU und die USA haben die anfangs gegen natürliche Personen und einzelne Unternehmen verhängten Sanktionen auf ganze Sektoren der russischen Wirtschaft ausgedehnt. Russland reagierte mit Einschränkungen der Lebensmittelimporte aus jenen Ländern, die diese Sanktionen unterstützten. Eine nächste Verlängerung der antirussischen Sanktionen durch die EU ist im Januar 2017 vorgesehen.

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    Export, Unternehmen, Landwirtschaft, Wirtschaft, Sanktionen, Russland, Deutschland