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22:03 15 Juli 2019
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    Wladimir Putin bei SPIEF 2017

    Russische Wirtschaft wieder in Fahrt: Bilanz des St. Petersburger Wirtschaftsforums

    © Sputnik / Ramil Sitdikow
    Wirtschaft
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    St. Petersburger Internationales Wirtschaftsforum (SPIEF) 2017 (43)
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    Zum ersten Mal haben am St. Petersburger internationalen Wirtschaftsforum mehr als 14 000 Vertreter der Geschäftskreise, Oberhäupter von internationalen Organisationen, Politiker, Experten, Wissenschaftler und Journalisten aus mehr als 143 Ländern teilgenommen, womit ein neuer Rekord aufgestellt wurde.

    Unter anderem kamen Leiter von 700 russischen und 400 ausländischen Unternehmen nach St. Petersburg, insbesondere aus den USA, Deutschland, China, Italien, Japan usw.

    Zur zentralen Veranstaltung des Forums wurde die Plenarsitzung unter Teilnahme des russischen Präsidenten, Wladimir Putin, des Ministerpräsidenten Indiens, Narendra Modi, des österreichischen Bundeskanzlers, Christian Kern, und des Präsidenten von Moldawien, Igor Dodon.

    Das Programm des St. Petersburger internationalen Wirtschaftsforums war unter Beteiligung von mehr als 500 führenden Experten aus Russland, Europa, den USA, Australien und mehreren asiatischen Ländern entwickelt worden, wobei es sich um Vertreter verschiedener Wirtschaftsschulen, Entwicklungsinstitute und von Geschäftskreisen aus aller Welt handelte.

    Die Weltwirtschaft sucht nach einer neuen Balance – diesem Thema war die ganze Debatte im Rahmen des Forums gewidmet.

    Ein weiteres wichtiges Thema war der Übergang der Weltwirtschaft zu einer neuen Industriestruktur. Die russische Regierung arbeitete ein spezielles Digitalisierungsprogramm aus. Es wurden drei Bereiche bestimmt, in denen sich der Staat an diesen Prozessen beteiligt und die er am meisten fördert: Staatsverwaltung, „smarte Stadt“ und Gesundheitswesen.

    VIDEO: Diskussion mit Teilnahme Putins bei SPIEF-Plenarsitzung

    Im Kontext der russischen Wirtschaft wurde Russlands Wirtschaftsstrategie unter den neuen Bedingungen zum zentralen Thema. Nach den Jahren des rohstofforientierten Wirtschaftsmodells und des intensiven Wirtschaftswachstums ist offensichtlich geworden, dass auch die „Qualität des Wachstums“ enorm wichtig ist. Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland haben den Prozess der so genannten „Importsubstitution“  ausgelöst.

    Die Verbesserung des Investitionsklimas und der Geschäftsbedingungen in Russland war auch ein Thema, das sich durch die Tagesordnung des Forums wie ein roter Faden zog. Der Abbau des Drucks auf die Geschäftskreise durch diverse Aufsichtsbehörden ist eine Aufgabe, mit der sich unter anderem die Generalstaatsanwaltschaft Russlands beschäftigt, und ihre Aktivitäten haben eine sehr positive Rolle für das Geschäftsklima im Land gespielt.

    Mehr als 900 Moderatoren und Redner traten im Rahmen der Debatte zu Themen wie sozialwirtschaftliche Entwicklung, Energiewirtschaft, Verkehrswesen, Umweltschutz und Gesundheitswesen, Kultur, Tourismus, Bildungswesen und Wissenschaft auf.

    Die Zahl der Veranstaltungen im Rahmen des Geschäftsprogramms des Forums hat sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. Insgesamt 127 Veranstaltungen fanden als Podiumssitzungen, Rundtischgespräche, TV-Debatten, Geschäftsessen und Geschäftsdialoge statt. Zum ersten Mal nach einer dreijährigen Pause fand ein Geschäftsdialog zwischen Russland und den USA statt, an dem sich der russische Präsident Wladimir Putin beteiligte.

    Am Rande des Forums wurden unter anderem eine Sitzung der „Business-20“, Konferenzen der BRICS und der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) sowie eine Sondertagung zu dem für Oktober in Sotschi geplanten 19. Internationalen Festival der Jugend und Studenten abgehalten.

    Das St. Petersburger Forum wurde auch zu einem traditionellen Treffpunkt von Nobelpreisträgern, die gemeinsam mit der Russischen Akademie der Wissenschaften eine Sondertagung zum Thema „Wissenschaft – Blick in die Zukunft“ durchführten.

    Besonderes Augenmerk wurde im Rahmen des St. Petersburger Forums auf das Thema „Made in Russia“ gerichtet. Zum Abschluss traten die Agentur für strategische Initiativen und die Stiftung „Roskongress“ mit einer gemeinsamen Initiative zur Entwicklung einer Nationalen Kommunikationsstrategie zwecks Voranbringung des Industrie-, Export-, Kultur-, Tourismus- und humanen Kapitals Russlands auf Basis des „Roskongress“-Projekts „Nationale Marke ‚Made in Russia‘“ auf. Diese Strategie verfolgt das Ziel, diverse Vorgehensweisen zum Voranbringen des Landes, von Konzeption und Strategie zu harmonisieren sowie die Gestalt der nationalen Marke „Made in Russia“ unter Berücksichtigung der Interessen föderaler Behörden, der Entwicklungsinstitute und Geschäftskreise zu unifizieren. Die Umsetzung dieser Strategie solle im Format eines vorrangig wichtigen nationalen Projekts erfolgen.

    Vertreter vieler Länder und Unternehmen halten das St. Petersburger Internationale Wirtschaftsforum für ein effizientes Instrument zum Voranbringen ihrer eigenen Investitionsprojekte. In diesem Jahr griffen die Republik Indien sowie die Republik Serbien auf diese Möglichkeit zurück, die ihre eigenen Expositionen auf dem Gelände des Forums präsentierten.

    Indien verkündete beispielsweise die Absicht zur Modernisierung seiner Streitkräfte für insgesamt 150 Milliarden US-Dollar. Ministerpräsident Narendra Modi traf sich im Rahmen des Forums mit mehreren Oberhäuptern von russischen Föderationssubjekten.

    Zum ersten Mal haben am St. Petersburger internationalen Wirtschaftsforum mehr als 14 000 Vertreter der Geschäftskreise, Oberhäupter von internationalen Organisationen, Politiker, Experten, Wissenschaftler und Journalisten aus mehr als 143 Ländern teilgenommen, womit ein neuer Rekord aufgestellt wurde. Unter anderem kamen Leiter von 700 russischen und 400 ausländischen Unternehmen nach St. Petersburg, insbesondere aus den USA, Deutschland, China, Italien, Japan usw.

    Am Forum beteiligten sich auch hochrangige ausländische Politiker, darunter UN-Generalsekretär Antonio Guterres und OPEC-Generalsekretär Mohammed Sanusi Barkindo; der Ministerpräsident von Gabun, Emmanuel Issoze-Ngondet; der Ministerpräsident der Mongolei, Schargaltulgyn Erdenebat; der Ministerpräsident von Dominicas, Roosevelt Skerrit; der Präsident Südossetiens, Anatoli Bibilow; der Vizepräsident von Simbabwes, Phelekezela Mphoko; der zweite Vizepräsident von Burundi, Joseph Butore und andere Offizielle. Namensschilder wurden insgesamt 45 Ministern aus 30 Ländern ausgehändigt.

    Unter den  russischen Offiziellen nahmen am Forum sechs stellvertretende Ministerpräsidenten, 19 Minister, 30 Leiter von föderalen Diensten und Agenturen teil.

    Die Teilnehmer des Forums besuchten die SPIEF Investment & Business Expo, in deren Rahmen russische und ausländische Projekte auf insgesamt 25 Ständen präsentiert wurden.

    In diesem Jahr wurde die Arbeit des Forums von mehr als 3000 Journalisten beleuchtet, die 800 Medien aus 45 Ländern repräsentierten.

    Zur zentralen Veranstaltung des Forums wurde die Plenarsitzung unter Teilnahme des russischen Präsidenten, Wladimir Putin, des Ministerpräsidenten Indiens, Narendra Modi, des österreichischen Bundeskanzlers, Christian Kern, und des Präsidenten von Moldawien, Igor Dodon. Die Plenarsitzung des St. Petersburger Forums wurde von 83 Fernsehsendern aus ganz Europa und vielen Ländern Afrikas übertragen, die alle Mitglieder der Europäischen Rundfunkunion (EBU) waren. Die Plenarsitzung wurde auch vom indischen staatlichen Fernsehsender Doordarshan (21 nationale Sender und elf Satellitensender) ausgestrahlt. Der Sender NBC zeigte die Plenarsitzung in den USA. Auch in China wurden Reportagen vom St. Petersburger Wirtschaftsforum gezeigt. Drehgruppen von führenden Sendern aus 28 Ländern machten Online-Reportagen aus St. Petersburg.

    Am Wirtschaftsforum nahmen hoch- bzw. höchstrangige Vertreter von internationalen Organisationen teil, darunter der UNO, der IAEO, der OPEC, des Forums der Gas exportierenden Länder, des Internationalen Energierates, des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz und der Weltbank.

    In diesem Jahr wurden beim St. Petersburger Forum 475 Investitionsabkommen, Memoranden und Absichtserklärungen für insgesamt 1817,9 Milliarden Rubel (etwa 27 Milliarden Euro) unterzeichnet (berücksichtigt wurden Abkommen, deren Umfang kein Geschäftsgeheimnis war).

    Die größten davon sind:

    • das Abkommen zwischen dem deutschen Chemiekonzern Linde Group mit der russischen Gruppe TAIF zum Bau eines neuen Ethylenkomplexes auf Basis des Betriebs „Nischnekamskneftechim“ für 600 Milliarden Rubel (etwa neun Milliarden Euro);
    • das Abkommen zwischen dem russischen Staatskonzern Rosatom und der indischen Atomenergie-Korporation zum Bau des 5. und 6. Meilers des AKW Kudankulam für 239,4 Milliarden Rubel (4,2 Milliarden US-Dollar);
    • die Absichtsabkommen der Stadtverwaltung St. Petersburgs mit der Eurasischen Entwicklungsbank und der Bank VTB zur Beteiligung am Bau einer Autobahn und einer Brücke über die Newa in St. Petersburg zwischen der Fajanssowaja- und der Solnaja-Straße – der Östlichen Autobahndiagonale für 150 Milliarden Rubel;
    • das Abkommen zwischen dem Staatskonzern „Rosavtodor“ und der OOO „Jugo-Wostotschnaja Magistral“ zur Finanzierung, zum Bau und Betrieb der Zentralen Maut-Ringautobahn im Gebiet Moskau für 78,5 Milliarden Rubel;
    • das Abkommen zwischen dem Staatsbetrieb „Wodokanal Sankt-Peterburga“ und der Eurasischen Entwicklungsbank zum Zusammenwirken bei der Umsetzung und Finanzierung des Investitionsprogramms von „Wodokanal Sankt-Peterburga“ für 60 Milliarden Rubel (etwa 900 Millionen Euro);
    • das Abkommen zwischen dem Industrie- und Handelsministerium, der OOO „Tulatschermet-Stal“ und dem Gebiet Tula zur Beteiligung am Investitionsprojekt zum Bau einer Walzengießerei für 43,7 Milliarden Rubel;
    • das Abkommen zwischen der „Wneschekonombank“ (Außenwirtschaftsbank) und dem Unternehmen „Transholdingleasing“ zum Kauf von 770 Waggons für die Moskauer U-Bahn für 38,6 Milliarden Rubel;
    • das Abkommen zwischen der AO „MHK EuroChim“ und dem Konzern ChemChina zu einem Joint Venture in Russland für 28,5 Milliarden Rubel.

    Auskunft:

    Zum Vergleich: 2015 waren im Rahmen des St. Petersburger internationalen Wirtschaftsforums 205 Abkommen und im Jahr 2016 356 Abkommen unterzeichnet worden.

    Zur Entwicklung von neuen internationalen Kommunikationsplattformen unterzeichnete die Stiftung „Roskongress“ eine Reihe von Abkommen. Dazu gehörten unter anderem die strategischen Partnerschaftsabkommen mit der Agentur Invest India, der Wirtschaftskammer Österreichs (das Dokument wurde in Gegenwart des Bundeskanzlers Österreichs, Christian Kern, und des russischen Präsidentenberaters Anton Kobjakow unterzeichnet), dem Weltwirtschaftsforum, den Industrie- und Handelskammern Serbiens, Weißrusslands, dem Export- und Investitionsinstitut Ecuadors, dem Kanadischen Geschäftsverband in Russland und Eurasien (CERBA), den Geschäftsverbänden Finnlands und Schwedens (East Office of Finnish Industries, Business Sweden), der Stiftung zur Entwicklung und Unterstützung des Internationalen Diskussionsklubs „Waldai“.

    Im Auftrag des russischen Präsidenten wird es im Rahmen des St. Petersburger Wirtschaftsforums ab diesem Jahr eine Jugendsektion geben.

    Das Forum ist traditionell der Ort, an dem die Investitionsmöglichkeiten russischer Regionen präsentiert werden. In diesem Jahr nahmen an den Veranstaltungen im Rahmen des Forums Vertreter aller 85 Föderationssubjekte der Russischen Föderation, darunter 76 Gouverneure, teil.

    Im Laufe des Forums wurde ein wichtiges Abkommen zur Entwicklung und zum Voranbringen einer gemeinsamen Plattform zur Aggregation bzw. zur Analyse von Maßnahmen zur staatlichen Unterstützung von konkreten Subjekten – eine Art „intellektueller Navigator von Unterstützungsmaßnahmen“ — unterzeichnet, woran sich die wichtigsten Entwicklungsinstitutionen beteiligen: die Agentur für strategische Initiativen, der Russische Fonds für Direktinvestitionen und die Stiftung „Roskongress“.

    Darüber hinaus wurde auf dem Forum das Thema Entwicklung eines Nationalen Kongress-Büros Russlands aufgeworfen. Sein wichtigstes Ziel wäre die Förderung eines positiven Images Russlands als Land mit günstigem Geschäfts- bzw. Investitionsklima, wo auch die nationale Event-Industrie entwickelt wird.  Das Nationale Kongress-Büro soll sich mit der Erfüllung von verschiedenen wichtigen Aufgaben beschäftigen, insbesondere mit der Entwicklung einer Marketingstrategie und dem Fördern von Territorien („Destinations“)  auf internationaler Ebene; mit der Gestaltung eines einheitlichen Ortes, an dem internationale Organisatoren von Treffen bzw. Kongressen und Ausstellungen zusammenkommen könnten; mit der Voranbringung der nationalen Marke Russlands als günstiger Ort für internationale Kongresse bzw. Ausstellungen; mit der Umsetzung von Projekten im Bildungswesen für Vertreter der Event-Industrie usw.

    VIDEO: Putin trifft russische und internationale Medien-Chefs bei SPIEF

    Darüber hinaus wird sich das Nationale Kongress-Büro Russlands an diversen spezialisierten internationalen Veranstaltungen sowie an internationalen Verbänden beteiligen, verschiedene „Destinations“ in Russland und die Infrastrukturmöglichkeiten seiner Regionen und des ganzen Landes auf einheitlichen Ständen präsentieren. Es werden auch „Bekanntschaftsreisen“ für ausländische Käufer und Organisatoren von internationalen Kongressen bzw. Ausstellungen organisiert.

    Das Nationale Kongress-Büro Russlands wird als „Verband“ gebildet, wobei alle seine Mitglieder als Teilnehmer des Event-Marktes die akute Tagesordnung mitprägen könnten.

    Am Rande des St. Petersburger Wirtschaftsforums fanden zudem 88 Veranstaltungen auf Gebieten wie Kultur und Sport statt. Das derart umfassende Programm gestattete es den Teilnehmern, maximal vertrauensvoll und produktiv zu arbeiten, und schuf eine positive Atmosphäre für inoffizielle Gespräche. Erwähnenswert ist auch, dass eine der Besonderheiten des Forums in diesem Jahr die Erweiterung seines sportlichen Programms war. Dadurch wurde ein vertrauensvolles Umfeld für ein effizientes Zusammenwirken von russischen und internationalen Sportfunktionären, Leitern von internationalen Unternehmen, von Organisationskomitees und Regionen, die an der Umsetzung von großen Sportprojekten unmittelbar beteiligt sind, geschaffen.

    Das Forum 2017 erwies sich als ein effizientes  Instrument für Beratungen, für die Suche nach Antworten auf akute Fragen auf ganz verschiedenen Gebieten.

    * Das nächste St. Petersburger Internationale Wirtschaftsforum findet vom 24. bis 26. Mai 2018 statt.

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