01:56 18 Oktober 2017
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    Russische Aggression in Ukraine? Von wegen! – Kiew verschläft chinesische Offensive

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    Wirtschaft
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    China wird zum größten Investor in die ukrainische Wirtschaft und wird dadurch seinen politischen Einfluss im Land unvermeidlich vergrößern, schreibt das Nachrichtenportal Ukraina.ru. Diesen Trend ließ die ukrainische Staatsführung offenbar unbeachtet.

    Kiew kämpft gegen eine sich eingebildete russische Aggression, indem es unter anderem die Zusammenarbeit mit Russland in den Tech-Branchen einstellt. Inzwischen erringt  China führende Positionen im Kampf um ukrainische Ressourcen und hat dabei eine gut durchdachte Strategie.

    Dem Nachrichtenportal zufolge haben chinesische Anleihen und Investitionen in der Ukraine IWF-Kredite und die drei Milliarden US-Dollar von Russland bereits überholt. Dabei seien die Risiken für chinesische Unternehmer minimal, denn sie böten ihre Kredite in Form von Waren an, die sie auch als Pfand betrachten.

    So fänden chinesische Investoren beispielsweise die  ukrainischen alternativen Energien attraktiv, so das Portal.  Ende 2016 habe der chinesische  Konzern zehn größte Photovoltaikkraftwerke in der Ukraine mit einer Gesamtleistung  von 267 Megawatt  gekauft. Angelegt hätten die Chinesen rund eine Milliarde US-Dollar.

    Der Deal sei durch Warenkredite finanziert worden: High-Tech-Anlagen seien geliefert worden  und hätten zugleich als Pfand gegolten.  Ukrainische Firmen hätten die Anlagen nicht bezahlen können, und das chinesische Unternehmen habe also Eigentumsrechte an Kraftwerken erworben.

    Nach  diesem Vorbild  könnte auch die größte ukrainische Telekommunikationsgesellschaft Ukrtelecom  von Chinesen privatisiert werden, die  mit der China Development Bank und  dem Telekommunikationsausrüster Huawei einen Vertrag zur Modernisierung ihrer Netze geschlossen habe. 

    Ende 2016 habe die Kreditverschuldung von Ukrtelecom rund 13 Millionen US-Dollar betragen. Dabei habe  die gesamte Pfandsumme des Unternehmens  etwa 450 Millionen US-Dollar ausgemacht.  Alle Immobilien von Ukrtelecom würden auf lediglich 154 Millionen US-Dollar geschätzt.

    Nicht weniger seien Chinesen an ukrainischen traditionellen Energien interessiert.  Das Unternehmen China Development Bank Corporation hat dem ukrainischen Energiekonzern Naftogas ein Darlehen im Wert von 3,6 Milliarden US-Dollar für den Kauf von Gasförderanlagen angeboten. 

    So schließt das Webportal nicht aus, dass „Naftogas" auch einen Warenkredit bekommen kann. Im Falle seiner Zahlungsunfähigkeit könne die chinesische Seite  die Vermögenswerte  des ukrainischen Energieunternehmens unter ihre Kontrolle bringen.

    Zudem will China Technologie-Unternehmen in der Ukraine bauen lassen. Angesichts der niedrigen Löhne sei eine solche Initiative für die Chinesen hochattraktiv.  Zudem habe Kiew mit der EU einen Vertrag über eine Freihandelszone, der den in der Ukraine hergestellten chinesischen Waren den Zugang zum europäischen Markt erleichtern solle.

    Auch die Landwirtschaftliche  Produktion und der Bodenmarkt sollen künftig  mit einer starken Intervention von chinesischem Kapital konfrontiert werden.

    Das einheimische Business werde also unvermeidlich durch das chinesische verdrängt werden, schreibt die Zeitung abschließend, und der politische Einfluss von China in der Ukraine solle also dementsprechend  zwangsläufig  zunehmen. 

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    Tags:
    Privatisierung, Investitionen, China, Ukraine