22:03 11 Dezember 2017
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    Wie europäische Ölindustrie von Sanktionen profitiert – FT

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    Wirtschaft
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    Sanktionen gegen Russland (2017) (145)
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    Nach der Verhängung der Russland-Sanktionen haben die US-Ölgesellschaften den russischen Markt verlassen, während europäische Unternehmen dort ihre Arbeit fortsetzen, schreibt The Financial Times (FT).

    Eine solche Situation ist demnach aufgrund der Unterschiede in den Gesetzgebungen der USA und der EU möglich, schreibt FT unter Verweis auf die ehemalige Mitarbeiterin des amerikanischen Finanzministeriums Elizabeth Rosenberg. Während das US-Unternehmen ExxonMobil gemeinsame Projekte mit Russland stoppte, hatten die Sanktionen für europäische Firmen weniger schwere Auswirkungen. Das sei wegen der Einstellung der Behörden in Brüssel möglich gewesen.

    In der EU seien für die Umsetzung der Sanktionen die Länder selbst zuständig, was  Möglichkeiten für Umwege schaffe. In den USA dagegen werde dies zentral durch das Amt für Kontrolle von Auslandsvermögen (Office of Foreign Assets Control, OFAC) gemacht. Das ist die Exportkontrollbehörde des Finanzministeriums der Vereinigten Staaten.

    Laut dem Bericht sind europäische Unternehmen davon überzeugt, dass sie wegen der Sanktionen mehr Freiheit für Geschäfte mit Russland haben als ihre Kollegen in den USA.

    So hatten am St. Petersburger Wirtschaftsforum (SPIEF) Vertreter mehrerer europäischen Firmen – darunter Total, BP, Royal Dutch Shell – und der amerikanischen ExxonMobil teilgenommen. Viele EU-Unternehmen erzielten neue Geschäftsabschlüsse und verabredeten, bestehende Projekte in Russland weiter zu entwickeln. ExxonMobil bekam dagegen nichts, schreibt FT.

    Falls die Russland-Sanktionen seitens der USA erweitert werden sollten, werde sich die ohnehin ungünstige Lage der amerikanischen Unternehmen  noch verschlechtern, hieß es.

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    Sanktionen gegen Russland (2017) (145)

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    Tags:
    Wirtschaft, Geschäfte, Sanktionen, St. Petersburger Internationales Wirtschaftsforum (SPIEF) 2017, ExxonMobil, Royal Dutch Shell, British Petroleum (BP), Total, Office of Foreign Assets Control, OFAC, EU, USA