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    Während Merkel und Macron für eine Verlängerung der Russland-Sanktionen werben, werden innerhalb der EU Stimmen immer lauter, die gegen eine „automatische Verlängerung“ sind. Am stärksten sind diese Stimmen aus der Wirtschaft zu vernehmen. So lehnt Christoph Leitl, der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), diese grundsätzlich ab.

    Die WKO sehe die Sanktionen sehr kritisch, so Leitl im Interview mit Bolle Selke. Er erklärt:

    „Wir sind für freien Handel — freier Handel, der den Menschen dient und nicht Schaden verursacht“, äußerte er in einem Interview mit Sputnik-Korrespondent Bolle Selke. „Wirtschaft muss Nutzen stiften und darf nicht Schaden verursachen. Wenn es politische Probleme gibt, dann sollen diese politisch und diplomatisch gelöst werden. Die Wirtschaft aber darf nicht als Waffe eingesetzt werden. Das ist meine tiefe Überzeugung. Wirtschaft muss Brücken bauen. Wirtschaft muss Verständigung schaffen. Wirtschaft muss Stabilität und Frieden fördern. Wirtschaft ist nicht dazu da, sich gegenseitig zu schädigen.“

    Für Österreich seien die Sanktionen eine Schädigung, insbesondere im agrarischen Bereich und im Bereich des Handels. Österreich habe sich, so wie alle Länder der Europäischen Union, an die Bestimmungen gehalten, das heiße aber nicht, dass man sie begrüße.  Seine Pläne für ein jährliches österreichisch-russisches Forum in Sotschi hat der Chef der Wirtschaftskammer bereits an Präsident Putin übermittelt. Leitl betont:

    „Wir wollen die bestehenden Kontakte und die Möglichkeiten, die es ja nach wie vor gibt. Wir wollen die Geschäftsbeziehungen ausbauen und wollen die Vertrauensbeziehungen verstärken. Österreich ist verlässlicher Partner zu russischen Unternehmungen und das wollen und können wir verstärken.“

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    Schaden, Sanktionen, WKO, Christoph Leitl, Russland, Österreich