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07:22 16 Oktober 2019
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    Kampf um Nord Stream 2: USA vergessen den Faktor China

    © Sputnik / Sergej Guneew
    Wirtschaft
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    Die Teilnahme von chinesischem Kapital am Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 hat laut dem Direktor des Instituts für aktuelle Wirtschaft, Nikita Issajew, eine hohe Wahrscheinlichkeit, wie das russische Portal „Wirtschaft heute“ berichtet.

    Einfluss der Sanktionen auf Nord Stream 2

    Die Nord Stream 2 AG, der Baubetreiber der gleichnamigen Gaspipeline, hat laut Issajew mit chinesischen Banken die Möglichkeit einer vorfristigen Finanzierung des Bauprojektes besprochen. Zuvor hatten die neuen US-Sanktionen den Bau in Gefahr gebracht, wobei jedoch die europäischen Partner des russischen Energieriesen Gazprom nicht beabsichtigen, aus dem Projekt auszusteigen.

    „Eine Reihe von Banken hat trotz der Sanktionen ihre Teilnahme bestätigt. Dies spricht nochmals dafür, dass die westlichen Spieler im Fall ihres eigenen Interesses bestimmte politische Entscheidungen aufheben können. Die aktuellen Einschränkungen gegen Nord Stream 2 sind weitgehend Politik“, sagte der Experte. 

    „Europa nutzt derzeit die politischen Wirren in den USA und versucht, seine unabhängige politische und wirtschaftliche Strategie durchzuführen. Was China angeht, verbindet es eher seine wirtschaftlichen Interessen und Investitionen mit der Politik. Chinesische Investitionen stellen Gelder der vier wichtigen Staatsbanken dar. Deren Bereitstellung ist tatsächlich eine politische Entscheidung der Kommunistischen Partei Chinas“, so Issajew weiter.

    Interesse Chinas an Nord Stream 2

    „Peking zeigt aus einer Reihe von Gründen großes Interesse für Nord Stream. Der Hauptgrund besteht darin, dass China im Kampf gegen die USA derzeit versucht, einen Vektor Peking-Berlin zu schaffen und eventuell auch Moskau dafür zu gewinnen. Diese Linie kann den amerikanischen Hegemonismus im Kampf um die Asien-Pazifik-Region herausfordern, in der die Interessen der USA sowie deren Partner und die chinesischen Interessen aufeinandergeprallt sind“, erläuterte der Experte. Deshalb sei eine Stärkung der Rolle und Aktivität Chinas bei europäischen Projekten und Investitionen zu sehen.

    „Aus meiner Sicht haben die chinesischen Investitionen in diesem Projekt (Nord Stream 2 — Anm. d. Red.) große Perspektiven“, so Issajew.

    Vorgeschichte

    Der US-Senat hatte am vergangenen Donnerstag einen Gesetzentwurf gebilligt, der neue Sanktionen gegen Russland, darunter eine Verkürzung  der Finanzierungsfrist für russische Banken auf 14 Tage und von Unternehmen der Öl- und Gasbranche auf 30 Tage, vorsieht. Der Entwurf sieht ferner mögliche Sanktionen gegen Privatpersonen vor, die mehr als fünf Millionen US-Dollar im Jahr oder einmalig mehr als eine Million Dollar in den Bau von Exportpipelines in Russland investieren möchten.

    Ende April hatten die Nord Stream 2 AG und ihre europäischen Partner ein Abkommen über die Finanzierung der besagten Gaspipeline unterzeichnet. Demnach sollen fünf europäische Unternehmen je rund 950 Millionen Euro in das Bauprojekt anlegen.

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    Tags:
    Interessen, Partner, Finanzierung, Gaspipeline, Politik, Investitionen, Banken, Nord Stream 2, Gazprom, Europa, USA, Russland, China