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13:37 23 September 2019
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    Gasstation einer von den USA betriebenen Pipeline in Nordamerika (Archivbild)

    USA vs. Gazprom: „Sie greifen zu politischen Instrumenten, das ist unrechtschaffen“

    © AP Photo / Steven Senne
    Wirtschaft
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    Dank ihrer Schiefer-Revolution streben die Vereinigten Staaten eine globale Rolle als Flüssigerdgas-Lieferant an. Nach Ansicht eines Experten nutzen sie dabei zynisch politische Mittel, um den Konkurrenzkampf gegen Russland zu gewinnen.

    Igor Juschkow, Experte der russischen Denkfabrik National Energy Security Fund, sagte der Onlinezeitung vz.ru: „Es ist eine Tatsache: Die Amerikaner kommen auf den Gas-Weltmarkt. Allerdings greifen sie zu politischen Instrumenten, um sich einen Platz auf diesem Markt frei zu räumen. Das ist schon unrechtschaffen.“

    Die Onlinezeitung zitiert aus der jüngsten Mitteilung des Weißen Hauses: „Die Gas-Revolution wird darauf hinauslaufen, dass unser Land zu einem globalen Akteur als LNG-Exporteur aufsteigt.“ Binnen drei Jahren wollen die USA laut vz.ru ihre Flüssigerdgas-Exportmengen von 4,4 auf nahezu 80 Milliarden Kubikmeter jährlich erhöhen.

    Vorerst wurde Gas aus den USA vor allem nach Südamerika geliefert, denn die dortigen Preise sind hoch. Die Vereinigten Staaten nehmen aber auch den asiatischen und den europäischen Markt ins Visier.

    Juschkow erläuterte: „Die Amerikaner wollen ihr Gas nach Europa liefern. Dies wäre aber nur möglich, wenn die Preise am europäischen Markt steigen. Der Lieferant mit den niedrigsten Preisen ist der russische Konzern Gazprom, deshalb soll er der US-Logik zufolge von dort verdrängt werden.“

    „In den neuen antirussischen Sanktionen, die der Kongress erörtert, steht deshalb deutlich geschrieben, dass die USA allen verbieten, Russland bei Gaspipeline-Projekten zu helfen – insbesondere bei Nord Stream 2. Neben den traditionellen Worten, wonach die Abhängigkeit der EU von Gazprom reduziert werden soll, wurden erstmals die zynischen Geschäftsziele direkt markiert“, so Juschkow.

    Er betonte: „Die USA setzen sich gegen Nord Stream 2 ein, weil sie selbst Gas nach Europa liefern wollen. Denn dies würde die LNG-Produktion in den USA erweitern und dort neue Arbeitsplätze schaffen.“

    In Asien wären Katar und Australien die Hauptkonkurrenten  der USA. Ein Konkurrenzkampf gegen Australien ließe sich laut Juschkow einfacher gestalten, denn die Selbstkosten der Gasförderung sind dort hoch. Mit Katar wäre es schwieriger – ohne politischen Druck geht es möglicherweise nicht.

    „Es war vielleicht kein Zufall, dass die Saudis nach dem Besuch von Donald Trump Vorwürfe gegen Katar erhoben. Probleme in Katar würden einen Rückgang der LNG-Lieferungen aus diesem Land auf asiatische Märkte bedeuten. Dies würde die Preise dort steigen lassen und ermöglichen, die Flüssigerdgas-Lieferungen aus Amerika auszubauen“, vermutete Juschkow.

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    Tags:
    Konkurrenzkampf, Sanktionen, Gaslieferungen, LNG, Gazprom, EU, Russland, USA