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20:33 18 Oktober 2019
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    Strand auf der Kurilen-Insel Kunaschir

    72 Jahre Inselstreit: Unternehmer aus Japan loten ihre Chancen auf Kurilen aus

    © Sputnik / Sergej Krasnoukhow
    Wirtschaft
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    Eine Wirtschaftsdelegation aus Japan besucht derzeit die Kurilen. Der Besuch ist historisch einmalig, geht es dabei doch nicht um Territorialansprüche, sondern um konkrete Zusammenarbeit – vor allem beim Bau von Infrastruktur.

    Russlands Präsident Wladimir Putin und Japans Premierminister Shinzo Abe haben im Dezember letzten Jahres vereinbart, die Wirtschaftskooperation beider Länder zu vertiefen. Die japanische Delegation auf den Inseln ist also auch ein SIgnal: Jetzt geht es darum, die Vereinbarung in die Tat umzusetzen.

    Der Sonderberater des japanischen Premiers, Eiichi Hasegawa, leitet die Delegation. Seit Dienstag bereist sie die Inselgruppe.

    Möglichkeiten zur Zusammenarbeit gibt es auf den Kurilen wahrlich genug. In den kommenden Jahren sollen dort ganze Häuserblocks, Straßen und Hafenterminals erneuert werden. Japan könne mit seiner Erfahrung beim Bau von Infrastruktur maßgeblich dazu beitragen, sagte ein Regierungssprecher der Region Sachalin, zu der die Inselgruppe gehört.

    Würden etwa die Hafenterminals auf der Insel Kunaschir ausgebaut, könnten sie Kreuzfahrtschiffe aufnehmen. Dies wäre ein großer Anreiz für die Entwicklung des Tourismus. Russische Unternehmer aus der Region sind jedenfalls bereit, in den Bau neuer Hotels auf den Kurilen zu investieren.

    Eine weitere lukrative Kooperationsmöglichkeit: Die Fischverarbeitung. Die läuft auf der Insel bereits auf Hochtouren. Hergestellt werden Tiefkühlfisch und Meeresfrüchte, hauptsächlich für den russischen Markt. Jetzt gehe es darum, auch die Märkte in Asien und Europa zu erschließen, sagte ein Sprecher der örtlichen Fischfabrik. Das könne man mit ausländischen Partnern tun, sei es durch den Erwerb von Verarbeitungsanlagen oder den Aufbau einer gemeinsamen Produktion.

    Zudem könne man einen neuen Zweig der Fischwirtschaft aufbauen: Die Marikultur. Die Buchten der Kurilen bieten dafür die nötigen Voraussetzungen.

    Damit der Ausbau der Fischerei gelingen kann, muss jedoch die örtliche Energieversorgung gestärkt werden. Die Fischfabrik hat jetzt schon Bedarf für zusätzlichen Strom, den das Dieselkraftwerk auf der Insel Kunaschir nicht decken kann. Geplant ist, dieses Kraftwerk um eine Windkraftanlage zu erweitern. Auch hierbei wäre das Knowhow der japanischen Partner willkommen.

    Die Wirtschaftsdelegation ist heute auf die Insel Iturup weitergereist und besucht am Freitag die benachbarte Insel Schikotan.

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    Tags:
    Unternehmen, Entwicklung, Infrastruktur, Kurilen, Japan, Russland