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13:07 19 September 2019
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    Eine Gas-Pipeline des russischen Gaskonzerns Gazprom (Symbolbild)

    Bloomberg: Deutschlands Abhängigkeit von russischem Gas wird wachsen

    © Foto: Gazprom
    Wirtschaft
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    Deutschland verfolgt in der Energiewirtschaft gleich mehrere wichtige Ziele, hieß es jüngst aus der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg. Das taktische Ziel ist, bis 2025 die CO2-Ausstöße in die Atmosphäre um 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 zu reduzieren.

    Nach der Bundestagswahl im September wird die neue Bundesregierung voraussichtlich ein neues Programm zur Schließung von Kohlekraftwerken präsentieren, auf die etwa 40 Prozent der gesamten Stromproduktion des Landes entfallen. Berlins strategisches Ziel ist es, bis 2050 zu 80 Prozent erneuerbare Energiequellen einzusetzen. Damit dieser Übergang aber möglichst reibungslos verläuft, braucht Deutschland russisches Erdgas.

    „Außer Russland gibt es auf der Welt nicht so viele Orte, wo Deutschland große Mengen Gas bekommen könnte“, findet der Programmdirektor für Erdgasforschungen beim Oxford Institute for Energy Studies, Jonathan Stern.

    Laut der Beratungsfirma Wood Mackenzie entfallen auf Russland nahezu 40 Prozent aller Gaslieferungen nach Deutschland. Die Experten erwarten, dass diese Menge bis 2025 die Marke von 50 Prozent übersteigen wird. Analysten der HSBC Holdings prognostizieren ihrerseits, dass ein Fünftel der gesamten Energie in Deutschland auf Gas entfallen wird. Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew sagte vor kurzem, Europa bräuchte langfristig neue Mengen des Importgases aus zuverlässigen Quellen, und die Pipeline Nord Stream wäre ein „Rettungsring“ für die Europäer.

    Der für Gas- und Ölmärkte zuständige Vize-Finanzminister Deutschlands, Stefan Rolle, legt viel Wert auch auf das Nord-Stream-2-Projekt. Nach seinen Worten ist das Gas für Berlin nur eine „Transittechnologie“ auf dem Weg zur Lösung der Klimaprobleme.

    Derweil wird über den Ausbau der Nord-Stream-Leitung heftig diskutiert. Kanzlerin Angela Merkel befürwortet dieses Projekt, und dagegen sind einige europäische Verbündete Berlins sowie Washington, das seine Sanktionen gegen die Energiekonzerne, die mit Russland kooperieren, erweitern will. Außerdem formiert sich in der Gegend von Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern), wo diese Leitung an das deutsche Pipelinenetz angeschlossen werden soll, Widerstand gegen Nord Stream 2. Fast 160 Beschwerden wurden bereits an die Behörden geschickt. Entsprechende Anhörungen beginnen am 17. Juli.

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    Tags:
    Energiepolitik, Abhängigkeit, Erdgas, Gazprom, Alexander Medwedew, Angela Merkel, Russland, Deutschland