16:06 18 November 2018
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    Kohlegrube im Donbass (Archivbild)

    Wird Kiew klammheimlich Kohle im Donbass kaufen? - Expertenmeinung

    © Sputnik / Alexei Kudenko
    Wirtschaft
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    Die Ukraine erwägt die Möglichkeit, wieder Kohle im Donbass zu kaufen, wird sich aber kaum dafür entscheiden, dies offen zu tun, wie die Webseite „rueconomics.ru“ berichtet.

    Der Donbass ist laut einer Erklärung der Volksrepublik Donezk bereit, der Ukraine Kohle zu verkaufen, und kann deren Kohlebedarf vollständig decken. 

    „Für den Donbass gilt die Ukraine nach wie vor als größter Kohlekäufer. Aber es ist ziemlich kompliziert, wegen der Blockade direkte Lieferungen zu realisieren“, sagte der Vorsitzende des Volksrates der selbsterklärten Volksrepublik Donezk, Denis Puschilin, gegenüber der Zeitung „Iswestija“.

    Kiew kaufe weiter Kohle aus dem Donbass, und zwar über Vermittler, und zahle dabei einen erhöhten Preis, so der Donezker Parlamentschef.

    Der Chef des russischen Instituts für regionale Probleme, Dmitri Schurawljow, äußerte sich dazu, ob die Ukraine dies in Zukunft offen tun könne.

    „Man hat relativ lange Zeit bereits nach der Gründung der Donezker Volksrepublik Kohle gekauft, ohne dass es Aufmerksamkeit erregt hätte. Mit der Zuspitzung der politischen Krise in der Ukraine sowie der Finanzkrise, als Kiew nicht mehr bezahlen konnte, hat man begonnen, dieses Thema publik zu machen“, so der Experte.

    „Zudem haben Radikale, wie wir wissen, eine Blockade gestartet, und erst danach haben offizielle Behörden diese Initiative aufgegriffen.“

    Zuvor hatte Kiew mitgeteilt, dass es mit den USA Kohlelieferungen vereinbart habe. Die erste Lieferung amerikanischer Kohle im Umfang von 120.000 Tonnen solle im August in die Ukraine gebracht werden, hieß es.

    Da die Verhandlungen mit Südafrika und den USA bereits geführt werden, wird es dem Experten zufolge zu einem Skandal kommen, falls Kiew offen erklärt, dass es wieder mit dem Donbass kontaktiere.

    Kiew wolle im Donbass Kohle kaufen, aber dies ohne Aufmerksamkeit zu erregen. Das sei aber wegen der radikalen Kräfte schwer zu tun und werde kaum klappen.

    „Kiew hat einen inneren Bedarf an der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Donbass, aber es wird kaum möglich sein, diese im öffentlichen Raum zu realisieren“, so Schurawljow abschließend.

    Falls es für bestimmte Beamte in Kiew profitabel sein werde, die Deals mit westlichen Lieferanten zu tätigen, werde man die Kohle dort kaufen, und niemand werde sich wegen einer Überbezahlung Sorgen machen, so der ukrainische Politologe Sergej Slobodtschuk.

    Die ukrainischen Wärmekraftwerke verfügen Medienberichten zufolge über etwa 636.000 Tonnen Kohle. Bis zum Jahresende sollen weitere 4,2 Millionen Tonnen Kohle gekauft werden, und zwar bei den USA.

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    Tags:
    Kohle, Finanzkrise, Preis, Radikale, Lieferungen, Blockade, Denis Puschilin, Donbass, Kiew, USA, Ukraine