22:48 07 Dezember 2019
SNA Radio
    Turbine (Symbolbild)

    Siemens-Konzern droht Zulieferern seiner Turbinen auf die Krim mit Strafverfahren

    © Sputnik / Alexej Danitschew
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    15597
    Abonnieren

    Der deutsche Technologiekonzern Siemens hat den Zulieferern seiner Turbinen auf die Krim strafrechtliche Konsequenzen angedroht, berichten russische Medien am Montag. Zuvor hatten die Münchner zugegeben, dass zwei Turbinen ohne Billigung der Konzernleitung auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim installiert worden waren.

    Der russische Käufer – Rostec-Tochter Technopromexport (TPE) – hatte Siemens in den vergangenen Monaten mehrfach schriftlich zugesichert, dass die Turbinen nicht auf die Krim gelangen. Der Agentur Reuters zufolge wird Siemens Rechtsmittel gegen die Lieferanten einlegen.

    In der Vorwoche meldete Reuters, dass die russische ZAO Interawtomatika, an der Siemens offiziellen Angaben zufolge 45,7 Prozent der Anteile hält, neben einigen anderen Unternehmen an Montage und Einfahren der Turbinen auf der Krim beteiligt gewesen war. Bislang ging Siemens von fehlenden Belegen für den Einsatz seiner Turbinen auf der Halbinsel aus.

    Dabei beteuerte der deutsche Konzern, nicht gegen Sanktionen verstoßen zu haben, die die Lieferung von Energieausrüstung auf die Krim untersagen.

    Am Montag teilte Kremlsprecher Dmitri Peskow mit, dass neue Kraftwerke auf der Krim mit Gasturbinen russischer Produktion bestückt werden. Die Moskauer Tageszeitung "Kommersant" erinnert daran, dass TPE vier Turbinen großer Leistung für die Kraftwerke Simferopol und Sewastopol auf dem sekundären Markt erworben hat. Dabei behauptete die Rostec-Tochter, dass die beiden Siemens-Turbinen in russischen Werken modernisiert wurden.

    In Sewastopol und der Krim-Hauptstadt Simferopol werden zurzeit zwei Wärmekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 940 Megawatt gebaut. Sie sollen die Krim-Bewohner künftig reibungslos mit Strom versorgen.

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Trotz Sanktionen: So gelangten Siemens-Turbinen auf die Krim
    Kreml enthält sich Kommentars zu "Lieferung verbotener Siemens-Turbinen" auf die Krim
    Krim überwindet Sanktionen de facto: Ausländische Firmen finden Lücken für Business
    Trotz Sanktionen: Siemens baut Gasturbinen für die Krim - Medien
    AHK-Chef Schepp: Deutsche Firmen trotz Sanktionen in Russland immer aktiver
    Tags:
    Strafverfahren, Zulieferer, Kraftwerke, Turbinen, Technopromexport, Siemens, Krim, Deutschland, Russland