10:48 25 Juli 2017
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    Chefin der russischen Zentralbank Elvira Nabiullina auf dem Internationalen Finanzkongress in St. Petersburg

    Das sind die 6 Kernprobleme der Weltwirtschaft – Russlands Zentralbankerin

    © Sputnik/ Grigorij Sysoew
    Wirtschaft
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    Schwaches Wachstum, hohe Zinsen, instabile Finanzmärkte – die Prognose der russischen Notenbankerin Elvira Nabiullina für die Weltwirtschaft fällt düster aus. Welche Probleme auf die globale Wirtschaft zukommen, hat die Chefin der russischen Zentralbank am Donnerstag auf dem Internationalen Finanzkongress in St. Petersburg erklärt.

    Die Weltwirtschaft trete in einen neuen Zyklus mit neuen Problemen, lautet die Kernbotschaft der Zentralbankchefin. „Auch in den nächsten Jahren wird sich die Weltwirtschaft nur langsam nach der langen Krisenperiode erholen“, sagte Nabiullina. Die globale Wirtschaft werde mit sechs großen Herausforderungen zu kämpfen haben.

    Erstens: Die Schuldenlast sei im Vergleich zu 2007 höher. „In den entwickelten Ökonomien ist das vor allem das Problem der Staatsschulden. Und in den vielen Schwellenländern mit aufstrebenden Märkten ist es das Problem der Unternehmensverschuldung“, sagte Nabiullina.

    Die zweite Kernherausforderung: Die außerordentlich niedrige Inflation, gar Deflation in den entwickelten Volkswirtschaften.

    Drittens: Die zahlreichen Blasen auf bestimmten Märkten. Es bestehe die Gefahr, dass sie anwachsen – „als Folge langjähriger lockerer Geldpolitik.“

    Das vierte Problem: Die Produktivität und die Investitionen wachsen zu langsam. Dies schränke die Wachstumsmöglichkeiten ein. Dieser Effekt werde zusätzlich durch die Schuldenlast verstärkt.

    Fünftens: Die Ungleichheit in den Einkommen der Bürger in den Industriestaaten wächst, während die Einkommen der Mittelschicht stagnieren. Die Reaktion darauf sei der zunehmende Populismus in der Politik. „Dieser birgt jedoch zusätzliche wirtschaftliche Risiken und trägt zur weiteren Volatilität auf den Finanzmärkten bei“, so Nabiullina.

    Das sechste Problem: Die niedrigen Rohstoffpreise. Es sei prognostiziert worden, dass der positive Impuls für die Importeure von Rohstoffen den negativen Effekt auf die rohstoffexportierenden Länder überwiegen und so die Weltkonjunktur ankurbeln würde. „Diese Prognosen haben sich bislang immer noch nicht bewahrheitet“, stellte Nabiullina fest.

    Die russische Notenbankchefin betonte zudem: Die Weltwirtschaft müsse mit wachsenden Cyberrisiken umgehen, die sowohl die Stabilität von Finanzsystemen als auch das Wirtschaftswachstum bedrohen könnten.

    Positiv hervorzuheben sei da die Fintec-Revolution: Fintec reduziere die Kosten, erhöhe die Verfügbarkeit von Finanzdienstleistungen und mache die Finanzmärkte schockresistenter.

    „Die Schockresistenz ist in den letzten eineinhalb Jahren mehrmals getestet worden – in einer an politischen Überraschungen reichen Zeit. Offensichtlich haben die Reformen, die die Regulierungsbehörden der größten Länder nach der Krise gemeinsam ausgearbeitet und umgesetzt hatten, die Stärkung der Finanzmärkte gefördert“, sagte Nabiullina.

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    Tags:
    Finanzen, Kongress, Probleme, Zentralbank, Elwira Nabiullina, Russland
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