17:18 21 Januar 2018
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    Energieobjekte auf der Krim

    Kreml weiß nichts von Siemens-Plänen nach Ausstieg aus Projekten in Russland

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    Wirtschaft
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    Der Kreml weiß nichts von eventuellen Plänen des deutschen Technologiekonzerns Siemens, aus Projekten in Russland auszusteigen. Das sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau.

    Zuvor hatte die deutsche Zeitung „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf eigene Quellen berichtet, dass Siemens den Ausstieg aus dem Joint Venture Interawtomatika und aus der eigenen Tochter Siemens Gasturbinentechnologien erwägt. Die Münchner halten entsprechend 45,7 Prozent bzw. 65 Prozent der Anteile an den beiden Unternehmen. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge soll Interawtomatika neben einigen anderen Firmen an Montage und Einfahren von zwei Siemens-Turbinen auf der Krim beteiligt gewesen sein.

    Siemens werde Medien-Spekulationen über seinen möglichen Ausstieg aus Russland-Projekten nicht kommentieren, sagte Konzernsprecher Philipp Encz.

    Am vergangenen Dienstag hatten die Münchner beim Schiedsgericht Moskau eine Klage gegen die russische Rostec-Tochter Technopromexport (TPE) und Interawtomatika wegen der Lieferung seiner Turbinen auf die Krim eingereicht. Die Auslieferung deutscher Turbinen auf die Krim laufe gegen die Sanktionspolitik der EU zuwider, hieß unter anderem es zur Begründung.

    Am Montag teilte Kremlsprecher Dmitri Peskow mit, dass neue Kraftwerke auf der Krim mit Gasturbinen aus russischer Produktion bestückt werden. Die Moskauer Tageszeitung "Kommersant" verwies darauf, dass TPE vier Turbinen großer Leistung für die Kraftwerke Simferopol und Sewastopol auf dem Sekundärmarkt erworben habe. Dabei habe die Rostec-Tochter behauptet, dass die beiden Siemens-Turbinen in russischen Werken modernisiert worden seien.

    In Sewastopol und in der Krim-Hauptstadt Simferopol werden zurzeit zwei Wärmekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 940 Megawatt gebaut. Sie sollen die Krim-Bewohner künftig reibungslos mit Strom versorgen.

     

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    Tags:
    Russland-Projekte, Ausstieg, Pläne, Dmitri Peskow, Philipp Encz, Krim, Deutschland, Russland
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