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13:08 21 August 2019
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    Abgasskandal in USA: Inhaftierter VW-Manager bekennt sich schuldig

    © REUTERS / Stefan Wermuth
    Wirtschaft
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    Der VW-Manager Oliver Schmidt, der wegen des Abgasskandals in den USA festgenommen wurde, will sich offenbar schuldig bekennen. Ihm droht eine lange Freiheitsstrafe, schreibt die Zeitung „The New York Times“.

    Schmidt ist demnach seit Anfang des Jahres inhaftiert und will sich nun doch schuldig bekennen. Die Anwälte des langjährigen VW-Mitarbeiters hätten den zuständigen Richter Sean Cox informiert, dass ihr Mandant ein Geständnis ablegen wolle, teilte das Gericht in Detroit im US-Bundesstaat Michigan mit. Das Schuldbekenntnis soll bei einer Anhörung am 4. August erfolgen.

    Schmidt, der bis März 2015 in leitender Funktion mit Umweltfragen in den USA betraut war, sei im Januar kurz vor der Rückreise aus einem Florida-Urlaub festgenommen worden. Er sei einer von insgesamt sechs VW-Managern, die in den USA bislang wegen des Abgasskandals angeklagt worden seien. Die übrigen fünf Beschuldigten sollen sich derzeit in Deutschland befinden und würden als deutsche Staatsbürger trotz internationalem Haftbefehl nicht an die USA ausgeliefert. Die Behörden werfen den Angeklagten eine Verschwörung zum Betrug vor.

    VW-Fahrzeuge in Bremerhaven, Deutschland
    © AFP 2019 / Patrik Stollarz
    Ein Richter habe es abgelehnt, Schmidt gegen Kaution auf freien Fuß zu setzen, da die Fluchtgefahr zu groß sei. Schmidt drohen aufgrund der Vorwürfe bis zu 169 Jahre Haft, so das Blatt. Wann die Strafe für Oliver Schmidt festgelegt werde und ob Schmidt im Gegenzug für sein Schuldeingeständnis bereits eine mildere Strafe mit den US-Behörden ausgehandelt habe, sei noch unklar.

    Volkswagen hatte sich in den USA für schuldig bekannt, Abgaswerte manipuliert und dies vor den Behörden verschleiert zu haben. Damit schufen die Wolfsburger die Voraussetzung für einen Vergleich, der den Konzern bis zu 22,6 Milliarden Euro kostet. Als Teil des Schuldeingeständnisses akzeptiert Volkswagen darin eine Geldstrafe von 4,1 Milliarden Euro.

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    Tags:
    Abgas-Manipulationen, VW-Konzern, Deutschland, USA