03:21 21 Oktober 2017
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    Siemens-Büro in Moskau

    Neue EU-Sanktionen: Nicht gegen Russland – sondern gegen Siemens

    © Sputnik/ Ilja Pitalew
    Wirtschaft
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    Alle 28 EU-Mitgliedsländer haben heute weitere Sanktionen gegen Russland koordiniert, wie Insider aus Diplomatenkreisen berichten. Demnach sollen zusätzliche Sanktionen gegen russische Bürger und Körperschaften verhängt werden, weil Gasturbinen des Siemens-Konzerns auf die Halbinsel Krim geliefert wurden.

    Überraschend sei diese ganze Geschichte mit den Siemens-Turbinen auf der Krim keinesfalls. Denn „Deutschlands politische Führung orientiert sich in dieser Frage an ihren transatlantischen Partnern“, sagt Alexander Kamkin, Deutschland-Experte vom Europa-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften, in einem Gespräch mit der Online-Zeitschrift Rueconomics.ru.

    Im Kalten Krieg sei die Lage ähnlich gewesen. Doch heute nehme der Westen in dieser Frage eine proukrainische Haltung ein. „Dies erschwert maßgeblich jedwede Zusammenarbeit westlicher Firmen mit der Schwarzmeer-Halbinsel.“

    Der Punkt ist auch: „Es gibt einen konkreten Deal. Medien haben vor zwei Jahren schon darüber berichtet. Seine Maßnahmen dagegen trifft Deutschland aber erst, nachdem in den USA ein neues Sanktionspaket geschnürt worden ist“, betont der Experte.

    Die Lieferbedienungen zwischen Siemens und den russischen Firmen müssten auch genauer unter die Lupe genommen werden: „War im Vertrag überhaupt ein Verbot vorgesehen, die Ausrüstung auf die Krim zu liefern? Oder wird dieser Punkt allgemein durch Sanktionen geregelt?“

    Auch wenn die Details vertraulich seien, bekäme die Siemens AG durch diese Geschichte eine erhebliche Rufschädigung, sagte Kamkin. „Nicht umsonst kursieren in Deutschland Gerüchte, dass dieses Unternehmen sein Geschäft in Russland, wo es hervorragende Positionen hat, gar aufgeben könnte.“ „Und das ist das Hauptproblem. Denn Siemens ist der wichtigste Parther Russlands unter den führenden deutschen Unternehmen… Dieser Skandal war nötig, um diese Firma aus unserem Land zu bekommen.“

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    Tags:
    Siemens, Deutschland, Russland
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