06:49 06 Dezember 2019
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    Herstellung von Röhren für die Gaspipeline Nord Stream 2 (Archivbild)

    Deutschland lehnt fünf Schritte zu Nord Stream 2 wegen „Unsicherheit“ ab

    © Sputnik / Alexander Kondratjuk
    Wirtschaft
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    Die Bundesnetzagentur hat am Donnerstag fünf Maßnahmen, die im Zusammenhang mit der Erweiterung des Nord Stream 2 stehen, aus dem Netzentwicklungsplan Gas für 2026 herausgenommen, heißt es in einer Pressemitteilung der Agentur vom 26. Juli.

    „Fünf Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit der Erweiterung des Nord Stream und sind nach Einschätzung der Bundesnetzagentur noch zu unsicher“, heißt es in der Mitteilung. „Sie sollen erst dann in den Netzentwicklungsplan Gas aufgenommen werden, wenn die Genehmigungen für den Bau der Nord Stream-Erweiterung vorliegen.“

    Insgesamt hält die Bundesnetzagentur 112 Maßnahmen mit einem Investitionsvolumen von circa 3,9 Mrd. Euro im deutschen Gasnetz für erforderlich. Sie umfassen einen Leitungsausbau von 822,6 km und einen Verdichterausbau von 429 Megawatt.

    2015 kamen der Agentur zufolge 42 neue Maßnahmen hinzu. Die vorgeschlagenen neuen Maßnahmen dienen in erster Linie der Ableitung von Gas aus der geplanten Nord-Stream-Erweiterung, der Marktraumumstellung von niederkalorischem L-Gas auf hochkalorisches H-Gas sowie dem Anschluss von neuen Gaskraftwerken.

    In der Nacht auf den 26. Juli hatte das Repräsentantenhaus des US-Kongresses dem Gesetzentwurf über Sanktionen gegen Russland, den Iran und Nordkorea zugestimmt. Er wurde mit 419 gegen drei Stimmen angenommen. Nun soll das Dokument an den US-Senat weitergeleitet werden. Wird es angenommen, muss es dem Präsidenten zur Unterzeichnung vorgelegt werden. Der Kreml den Entwurf bereits „äußerst negativ“ bewertet.

    Nach dem gegenwärtigen Entwurf des neuen amerikanischen Sanktionsgesetzes könnten weitere europäische Projekte aus dem Erdöl- und Gasbereich, darunter die geplante Pipeline Nord Stream 2, betroffen sein. Russland ist nicht nur seit Jahrzehnten der Hauptlieferant für Öl und Gas für Deutschland und die Europäische Union (EU). Im Zuge der Internationalisierung des Öl- und Gasmarktes sind inzwischen auch die wichtigsten weltweiten Energiefirmen an russischen Leitungen beteiligt.

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    Tags:
    Einschätzung, Unsicherheiten, Maßnahmen, Ablehnung, Gas, Investitionen, Sanktionen, Nord Stream 2, Deutschland