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    Siemens-Fabrik in Russland

    Deutsche Wirtschaft schlägt Ausweg aus Situation um Siemens-Gasturbinen vor

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    Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ist gegen einen möglichen Ausstieg des Siemens-Konzerns aus dem russischen Markt. Anlass ist die Debatte um Turbinen des Unternehmens auf der Krim. Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms sieht einen Siemens-Vorschlag als möglichen Ausweg aus der entstandenen Situation.

    Harms sagte am Donnerstag in Berlin: „Bisher ist der Siemens-Vorschlag, die Turbinen zurückzukaufen, gültig. Ich verstehe nicht ganz, warum die russische Seite auf solch eine einfache, für alle Seiten günstige Entscheidung verzichtet hat. Derzeit ist die öffentliche Resonanz so groß, dass man einen bestimmten negativen Effekt nicht vermeiden kann, aber im legalen Plan könnte dies eine Problemlösung sein.“

    Der Chef des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft verwies darauf, dass der Skandal um die Lieferung der Siemens-Turbinen auf die Halbinsel Krim die Verhandlungen und Abschlüsse anderer Unternehmen mit Partnern in Russland beeinträchtigen kann. „Ich denke, dass alle Projekte, die nur in der Nähe von einer potenziellen Sanktionsverletzung sein werden, nochmals aufmerksam geprüft werden. Falls es irgendwelche Zweifel gibt, werden die Firmen keine Deals schließen.“

    Gefragt nach einem möglichen Ausstieg des deutschen Siemens-Konzerns aus dem russischen Markt sagte Harms:

    „Natürlich unterstützen wir dies nicht. Wir verstehen, dass Siemens derzeit alle Projekte mit Energieunternehmen mit der staatlichen Teilnahme Russlands daran eingestellt hat, das ist ein erzwungener Schritt. Siemens befindet sich seit 165 Jahren in Russland, das ist ein Schlüsselmarkt für das Unternehmen. Wir sind sehr zufrieden und die russische Regierung ist mit dem Vorgehen von Siemens zufrieden.“

    Das Unternehmen mache „ein phantastisches Geschäft“, so der Wirtschaftsvertreter, der hinzufügte: „Es wäre sehr traurig, wenn dies es stören würde.“

    Siemens hatte am vergangenen Freitag erklärt, dass alle vier Gasturbinen, die für ein Projekt auf der Taman-Halbinsel bestimmt gewesen seien, „rechtswidrig“ auf die Krim gebracht worden seien. Der Konzern schlug vor, den entsprechenden Vertrag zu lösen. Siemens wolle außerdem die Lizenzabkommen mit russischen Unternehmen kündigen, die Lieferungen von Energieausrüstungen an russische Staatsunternehmen aussetzen und neue Kontrollmaßnahmen beschließen, hieß es.

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    Tags:
    Turbinen, Wirtschaft, Siemens, Michael Harms, Deutschland, Russland