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09:22 24 Juli 2019
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    AHK: „US-Sanktionen gefährden Energiesicherheit Europas und Wirtschaft Deutschlands“

    © REUTERS / Kai Pfaffenbach
    Wirtschaft
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    Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) hat am Donnerstag in einer Pressemitteilung die neuen US-Sanktionen gegen Russland heftig kritisiert. Sie gefährden demnach die deutsche Wirtschaft vor Ort und sorgen für neue Konfliktfelder.

    „Es ist nicht nachvollziehbar, warum die USA erstmals unilateral die Grundlage für neue Sanktionen schaffen wollen“, so Rainer Seele, Präsident der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer.

    Er fügte hinzu: „Die geplanten US-Sanktionen gefährden die Energiesicherheit Europas, das auch in Zukunft Gaslieferungen aus Russland brauchen wird, und die deutsche Wirtschaft in Russland.“

    Dadurch werde der Technologietransfer untergraben und die Unternehmen verunsichert, sagte Seele, auch CEO des OMV-Energiekonzerns, der am Nord Stream 2-Projekt von europäischer Seite teilnimmt. „Die Sanktionen treiben den Protektionismus voran und schaffen neue Konfliktfelder“, sagte er.

    Wie aus einer gemeinsamen Geschäftsklima-Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer und des Ost-Ausschusses hervorgeht, sind 91 Prozent der 190 befragten  deutschen Unternehmen in Russland gegen die Sanktionen.

    „Die neuen Sanktionen aus Washington spitzen die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen weiter zu“, so AHK-Vorstandsvorsitzender Matthias Schepp.

    Er erläuterte: „Die europäische Politik ist jetzt gefragt, zu verhindern, dass US-Sanktionen über ihre extraterritoriale Wirkung europäische und deutsche Unternehmen in ihrem Russland-Geschäft beeinträchtigen.“

    Zuvor hatte das Repräsentantenhaus des US-Kongresses dem Gesetzentwurf über Sanktionen gegen Russland, den Iran und Nordkorea zugestimmt. Er wurde mit 419 gegen drei Stimmen angenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Unterhaus ein Veto des US-Präsidenten leicht überwinden würde, sollte er sich weigern, das Dokument nach dessen Bestätigung durch den Senat zu unterzeichnen.

    Das Weiße Haus gab zu verstehen, es unterstütze im Großen und Ganzen das Dokument, das eine wesentliche Einschränkung der Vollmachten des Staatsoberhaupts bei der Verabschiedung von Sanktionen bzw. bei deren Abschaffung vorsieht. Der Kreml beurteilte die neuen Sanktionen bereits „äußerst negativ“.

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    Tags:
    Gaslieferungen, Wirtschaft, Energiesicherheit, Sanktionen, Nord Stream 2, Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK), Matthias Schepp, Rainer Seele, Russland, Deutschland