01:27 24 Juni 2018
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    Touristen auf dem Strand in Sebastopol

    Beitritt zu Russland zahlt sich für Krim nun in barer Münze aus

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    Wirtschaft
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    Jetzt belegen es auch die Zahlen: Die Wiedervereinigung mit Russland von 2014 zahlt sich für die Krim nun in barer Münze aus. Das Wirtschaftsministerium der Halbinsel hat erstmals Wirtschaftsdaten der verglichen – aus der Zeit vor und nach dem Beitritt zu Russland. Das Ergebnis ist eindeutig, wie das russische Wirtschaftsblatt „RBC“ berichtet.

    „Diese Ergebnisse sind normallerweise kaum zu sehen und kaum zu greifen“, schrieb Sergei Aksenow, Ministerpräsident der Republik Krim, auf Facebook. Doch könne man die Zahlen nicht wegdiskutieren. „Es gibt eine positive Entwicklung. Und unsere Aufgabe als Regionalregierung ist es, die Menschen über die Bilanz unserer Arbeit zu informieren.“

    Also dann, die Zahlen des Ministeriums: In den Jahren 2012-2013 hielt sich das Wirtschaftswachstum der Halbinsel nahe dem Nullpunkt, die Wirtschaft stagnierte. In 2015 dann stieg die Wirtschaftsleistung der Krim gleich um 8,5 Prozent und setzte den Anstieg im Jahr darauf mit 7,1 Prozent fort.

    Diese Entwicklung zeigt sich auch in der Industrie und dem verarbeitenden Gewerbe auf der Halbinsel: In den Jahren 2011-2013 stieg die Produktion auf der Krim um gerademal 1,2 Prozent – nach dem Beitritt zu Russland dann um 6,1 Prozent bis 2016.

    Offensichtlich kommt dieser Aufschwung auch bei den Menschen auf der Krim an: 2016 stiegen die Durchschnittsgehälter der Halbinsulaner auf mehr als das Zweieinhalbfache im Vergleich zu 2013. Damals verdienten die Menschen auf der Krim im Schnitt 7.000 Rubel, rund 100 Euro nach heutigem Kurs. In 2016 waren es rund 19.000 Rubel, 270 Euro.

    Ermittelt wurden die Zahlen von 2011-2013 durch Umrechnung der Hrywna-Werte in die russische Währung nach dem Durchschnittskurs dieser Dreijahresspanne. Und genau das ist es, was den Wirtschaftsexperten Wladimir Bessonow von der Higher School of Economics an der Aussagekraft der Ministeriumszahlen zweifeln lässt.

    Liwadija-Palast auf der Halbinsel Krim
    © Sputnik / Sergej Malhawko

    Er erklärt: „Wenn man so rechnet, erhält man die Entwicklung des Nominaleinkommens. Das allein spiegelt den Wohlstand der Bevölkerung aber nicht wider. Der rasante Einkommensanstieg nach dem Beitritt zu Russland ist ja von einem ebenso rasanten Preisanstieg begleitet worden.“

    Also hat das Wirtschaftsblatt selbst nachgerechnet und die Kaufkraft der Halbinsulaner von 2013 jener von 2016 gegenübergestellt: Die Zeitung hat die Kosten eines repräsentativen Warenkorbs aus den beiden Jahren verglichen. Das Ergebnis ist erstaunlich: Die Kaufkraft der Bürger auf der Krim sei 2016 um 22 Prozent höher gewesen als im letzten Jahr vor der Abspaltung von der Ukraine, rechnet „RBC“ vor.

    Aber wenn man das Geld kurz beiseitelässt: Dass es mit der Krim aufwärtsgeht, zeigen auch Daten, die die Wirtschaftsentwicklung indirekt abbilden. So ist die Zahl sanierter Mehrfamilienhäuser um das Sechsfache gestiegen. Der Flughafen von Simferopol, der Krim-Hauptstadt, hat mehr als vier Mal so viele Fluggäste abgefertigt. Die Fähre zwischen der Krim und dem russischen Festland transportierte fast sieben Mal mehr Fahrgäste – ein Wert, der sicherlich auch durch die Landblockade der Halbinsel durch die Ukraine bedingt ist.

    Noch ein Wohlstandsanzeiger: Die Kriminalitätsrate. Sie ist auf der Krim in 2016 im Vergleich zu 2013 um 32 Prozent zurückgegangen.

    Zu guter Letzt: Laut dem Wirtschaftsministerium herrscht auf der Krim Vollbeschäftigung. Die Arbeitslosenrate ist von zwei Prozent auf 0,5 Prozent zurückgegangen. Dabei darf an der Beweiskraft dieser Zahlen getrost gezweifelt werden, denn die meisten Russen melden sich im Falle von Arbeitslosigkeit beim Arbeitsamt gar nicht.

    Ein realeres Bild der Beschäftigungsquote auf der Krim bieten stattdessen Umfragen. Demnach haben 6,8 Prozent der Krim-Bürger angegeben, derzeit ohne Arbeit zu sein, wie die Internationale Arbeitsorganisation laut der Zeitung ermittelt hat. Zum Vergleich: In 2013 betrug die amtliche Arbeitslosenquote auf der Krim 5,7 Prozent. In einer Umfrage bezeichneten 68 Prozent der Krim-Bürger die Arbeitslosigkeit als das größte Problem der Halbinsel.

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    Tags:
    Unterschied, Entwicklung, Wiedervereinigung, Wirtschaft, Krim, Russland, Ukraine