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    Siemens, Deutschland (Archivbild)

    Nach Skandal um Gasturbinen auf Krim: Siemens verliert Hunderte Millionen Euro

    © AP Photo / Matthias Rietschel
    Wirtschaft
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    2013210
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    Der deutsche Konzern Siemens kann einen Gewinn von Hunderten Millionen Euro wegen des Skandals um die Lieferung seiner Turbinen auf die russische Schwarzmeer-Halbinsel Krim verlieren, wie Unternehmenschef Joe Kaeser mitteilte.

    Montage der Gasturbinen an einem Kraftwerk in Russland (Archivbild)
    © Sputnik / Alexander Kryazhew
    Nach dem Eklat um die Turbinen erwarte Siemens im diesem Jahr einen entgangenen Gewinn zwischen 100 und 200 Millionen Euro. Der jährliche Erlös des Konzerns in Russland betrage 1,2 Milliarden Euro, zitiert Reuters den Konzern-CEO.

    Siemens hatte früher erklärt, dass alle vier Gasturbinen, die für ein Projekt auf der Taman-Halbinsel in der russischen Region Krasnodar bestimmt gewesen seien, „rechtswidrig“ auf die Krim gebracht worden seien. Der Konzern schlug vor, den entsprechenden Vertrag zu lösen. Siemens wolle außerdem die Lizenzabkommen mit russischen Unternehmen kündigen, die Lieferungen von Energieausrüstungen an russische Staatsunternehmen aussetzen und neue Kontrollmaßnahmen beschließen, hieß es.

    Der deutsche Konzern hatte am 21. Juli nach eigenen Angaben angeblich glaubhafte Informationen erhalten, dass alle vier Gasturbinen, die im Sommer 2016 in die Region Krasnodar geliefert worden waren, „lokal modifiziert und rechtswidrig, entgegen klarer vertraglicher Vereinbarungen, auf die Krim verbracht worden“ seien.

    Diese Handlung, die laut Siemens eine grobe Vertragsverletzung darstellt, habe das Vertrauen untergraben und gegen die EU-Regeln verstoßen.

    Laut den Informationen auf der offiziellen Siemens-Website hängen faktisch 30 Prozent des Erdöltransportvolumens unter anderem auch von Ausrüstungen des Konzerns ab. Gegenwärtig sind 48 Prozent der Kraftwerke Russlands mit Gas- und Dampfturbinen von Siemens ausgerüstet und gewährleisten 17 Prozent der installierten Leistung der Wärmekraftwerke in Russland. Die Gesamtleistung der Kraftwerke, in denen Siemens-Ausrüstung genutzt wird, erreicht 27,9 Gigawatt.

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    Tags:
    Siemens, Joe Kaeser, Krim, Russland, Deutschland