16:28 14 Dezember 2019
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    Pipelineprojekt Nord Stream-2

    Uniper verteidigt Nord Stream 2: Europas Energiebranche darf kein US-Spielball werden

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    Der Chef des deutschen Energieversorgers Uniper, Klaus Schäfer, hat nach Angaben von N-TV die neuen US-Sanktionen gegen Russland als Instrument für die Dominanz auf dem globalen Energiemarkt kritisiert und das Pipelineprojekt Nord Stream 2 verteidigt, das seinen eigenen Worten zufolge sowohl für Deutschland als auch Europa nötig ist.

    Ihm zufolge darf die europäische Energiebranche nicht zum Spielball der US-amerikanischen Wirtschaft und Politik werden. Der Uniper-Chef wehrt sich somit auch gegen eine mögliche Behinderung des Pipelineprojekts durch die neuen antirussischen Strafmaßnahmen.

    „Die USA setzen die europäische Versorgungssicherheit aufs Spiel — und das nur, um eigene wirtschaftliche Interessen durchzusetzen und Arbeitsplätze auf amerikanischem Boden zu sichern“, zitiert der Sender Schäfer. Seiner Ansicht nach dürften Deutschland und Europa dies nicht zulassen.

    Die zweite Stufe der Ostsee-Pipeline Nord Stream, die am Boden der Ostsee verlegt würde, solle es Deutschland in Zukunft ermöglichen, noch mehr Gas direkt von Russland zu pumpen. Uniper bekunde dabei die Absicht, das Projekt neben anderen europäischen Partnern zu finanzieren, sagte Schäfer.

    „Die nicht mit der EU abgestimmten US-Strafmaßnahmen nehmen unter anderem den für Russland wichtigen Energiesektor ins Visier. Sie könnten Firmen treffen, die sich an Instandsetzung, Modernisierung oder Ausbau russischer Pipelines beteiligen.“

    Wie Schäfer ausführte, sind die neuen US-Sanktionen gegen Russland nur auf den ersten Blick eine Reaktion auf die angebliche Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf oder die Wiedervereinigung der Krim. Stattdessen handele es sich um „die angestrebte Dominanz der USA im globalen Energiemarkt“.

    Weil die eigenen Gasquellen in Europa merklich versiegten, sei die Entwicklung der Gasinfrastruktur für die EU lebenswichtig.

    Am 2. August hatte US-Präsident Donald Trump ein Sanktionspaket gegen Russland, den Iran und Nordkorea unterzeichnet.

    Das Sanktionsgesetz erweitert die Strafmaßnahmen gegen russische Banken und richtet sich zudem gegen alle neuen Projekte, an denen russische Unternehmen mehr als 33 Prozent der Anteile besitzen. In dem Gesetz wird gesondert hervorgehoben, dass die USA auch weiter den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 verhindern werden.

     

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