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19:38 12 November 2019
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    Österreichischer Ölkonzern trägt mit 200 Millionen Euro zu Nord Stream 2 bei

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    Wirtschaft
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    Sanktionen gegen Russland (2017) (146)
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    Die OMV (Österreichische Mineralölverwaltung) hält am Projekt Nord Stream 2 fest und hat zur Finanzierung der Pipeline bereits mit rund 200 Millionen Euro beigetragen. Dies schreibt am Donnerstag das Portal „Industrie Magazin“ unter Verweis auf den Konzernchef Rainer Seele. Mit den Sanktionen gegen Russland verfolge Washington eigene Interessen.

    Laut dem Bericht kritisiert Seele den wirtschaftspolitischen Kurs der USA, denn hinter den Sanktionen gegen Russland und gegen alle Unternehmen, die mit Russland Geschäfte machen, stecken seiner Meinung nach massive US-Wirtschaftsinteressen.

    Es gehe um den Verkauf von amerikanischem LNG-Gas (Abkürzung für „liquefied natural gas“, Flüssigerdgas) in Europa. Dieses konkurriere natürlich mit russischem Pipeline-Gas. Mit den Sanktionen übe der US-Senat Druck aus, indem er das russisch-europäische Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 explizit in das neue Sanktionsgesetz aufgenommen habe.

    „Aber eines muss klar sein: Europäische Energieversorgung ist immer noch eine europäische Angelegenheit und nicht der USA“, zitiert „Industrie Magazin“ OMV-Chef Seele.

    Dem Bericht zufolge hält Seele die neue Gasröhre durch die Ostsee für „faktisch unverzichtbar“. Die Auswirkungen der US-Drohungen auf Nord Stream 2 müsse man zwar noch prüfen, aber er wolle aus dem Projekt nicht aussteigen. Die OMV habe zur Finanzierung der Pipeline bereits mit rund 200 Millionen Euro beigetragen. Washington versuche mit seinen Gesetzen nicht in erster Linie Investitionen in Russland zu verhindern, sondern den Import von russischem Gas nach Europa zu erschweren, so Seele.

    Zuvor hatte die internationale Rating-Agentur Moody's berichtet, dass sich der Bau der Pipelines Nord Stream 2 und Turkish Stream möglicherweise aufgrund der US-Sanktionen verzögere.

    Trump hatte am 2. August ein Sanktionspaket gegen Russland unterzeichnet. Das zuvor von beiden Parlamentskammern abgesegnete Gesetz erweitert die Strafmaßnahmen gegen russische Banken und richtet sich zudem gegen alle Unternehmen, die sich an der Instandsetzung, der Modernisierung oder dem Ausbau russischer Exportpipelines beteiligen. Damit soll vor allem das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 von Russland nach Europa verhindert werden.

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    Tags:
    LNG, Energiemarkt, Energiesicherheit, Wirtschaft, Sanktionen, Gas, Nord Stream 2, OMV, Rainer Seele, USA, Europa, Russland, Österreich