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    71 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verbesserung der Wirtschaftslage in Russland. Das berichtete die Moskauer Tageszeitung "Iswestija" in dieser Woche unter Berufung auf eine Studie des britischen Wirtschaftsprüfers Ernst & Young (EY).

    Im März und April 2017 hatte EY rund 2.300 Manager aus 45 Ländern nach ihrer Sicht auf die Wirtschaftsentwicklung befragt. 50 Prozent von ihnen waren Topmanager. Das von EY ermittelte Vertrauensbarometer für Russland hat laut "Iswestija" ein Zweijahreshoch erreicht.

    Befragt wurden Topmanager großer und mittelständischer Unternehmen in Russland. Während die Zustimmung für das Wachstum in Russland mit 71 Prozent recht hoch ausfällt, glauben nur 56 Prozent der russischen Unternehmer an eine Verbesserung in der globalen Wirtschaft.

    Der Optimismus könnte aus der besser gewordenen makroökonomischen Lage resultieren. Die Geschäftslage schafft gute Aussichten auf neue Akquisitionen und Übernahmen (M&A).

    Laut einer von Ernst & Young im April 2016 unter russischen Managern durchgeführten Umfrage war die Stimmung damals eher pessimistisch. Nur drei Prozent der Respondenten rechneten damit, dass sich Russlands Wirtschaft erholen könnte. Zudem glaubten nur 27 Prozent der russischen Manager an ein Wachstum der Weltwirtschaft.

    Alexej Iwanow, der den EY-Consultingdienst für die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) leitet, ist der Ansicht, dass ein Großteil der Befragten eine Stabilisierung der ökonomischen und politischen Lage in Russland erwartet. Diese Meinung gelte auch für die Dynamik des Ölpreises und des Rubelkurses, sagte der Experte. Zudem hätten sich bereits die meisten Unternehmen den westlichen Sanktionen angepasst.

    Der Unternehmerverband „Opora Rossii“ (Stütze Russlands) hatte vor kurzem eine Umfrage von Managern kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) Russlands durchgeführt. Verbandspräsident Alexander Kalinin zufolge habe das Vertrauen in die russische Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte ein Zweijahreshoch erreicht. Damit korrespondiere das Ergebnis mit den Resultaten der EY-Studie. Kalinin sprach von einem „fragmentierten“ Optimismus. Je nach Branche gebe es unterschiedliche Sichtweisen.

    Nach Angaben des statistischen Amtes Rosstat hat sich die Erholung der russischen Wirtschaft auch im ersten Quartal dieses Jahres fortgesetzt. Das Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) beschleunigte sich auf 0,5 Prozent nach 0,3 Prozent im vorangegangenen Quartal. Dabei verzeichnete die Industrieproduktion im April ein Wachstum von 2,9 Prozent. Das war der höchste Stand seit Beginn 2015.

    Nach einer Prognose des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung dürfte das BIP zum Jahresende um etwa zwei Prozent wachsen. Die Zentralbank gibt ein BIP-Wachstum von 1,3 bis 1,8 Prozent an. Zuvor hatte Präsident Wladimir Putin die Regierung beauftragt, das Tempo des Wirtschaftswachstums in Russland auf über drei Prozent zu beschleunigen und somit das durchschnittliche weltweite Wachstumstempo zu überbieten.

    Der Beitrag erschien zuerst auf Ostexperte.de

     

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    Tags:
    Vertrauen, Wachstum, Wirtschaft, Umfrage, Ernst & Young (EY), Russland