13:39 15 Dezember 2019
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    „Alle lieben Russland“: Russland sicherer für Investoren als mancher EU-Staat?

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    Wirtschaft
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    Vor weniger als einem Monat haben die USA ihre Sanktionen gegen Russland deutlich verschärft. Eigentlich müsste dies Investoren abschrecken. Dennoch, nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg sei Russland in der Wertung wieder so beliebt geworden wie vor dem Ausbruch der Krise, berichtet das russische Wirtschaftsmagazin „Expert“.

    Trotz der umfangreichen antirussischen Sanktionen seitens der Vereinigten Staaten meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg zunehmend bessere Konditionen für internationale Investoren in dem Land und einen deutlichen Anstieg des Vertrauens in die Stabilität der russischen Wirtschaft. So seien beispielsweise die Kosten für mögliche Ausfallrisiken von russischen Krediten mit sogenannten „Kreditausfall-Swaps“ am Donnerstag auf 146,5 Punkte gesunken – ein Wert, der zuletzt im Jahr 2014, vor dem Ausbruch der Ukraine-Krise und den folgenden Sanktionen beobachtet wurde.

    Gemessen an diesem wichtigen Finanzindikator hat sich somit das Vertrauen in die russische Wirtschaft komplett erholt. Mehr noch, die Kosten für Ausfallrisiken in der russischen Wirtschaft sind somit noch geringer als der entsprechende Indikator bei manchen EU-Staaten wie etwa Italien oder Portugal. Einfach gesagt bedeutet dies, dass es deutlich sicherer wäre, in die russische Wirtschaft zu investieren, als in die der südlichen EU-Staaten.

    Das Vertrauen der Investoren in Russland hat sich erholt, nachdem die Aufmerksamkeit Washingtons von der angeblichen russischen Wahleinmischung in Richtung anderer Themen umschlug: dem Konflikt auf der koreanischen Halbinsel und in Afghanistan, den rassistischen Vorfällen in US-Städten usw.

    Jim Barino, Leiter der Abteilung für Anleihen in Entwicklungsmärkten im New Yorker Unternehmen Schroders Plc. erklärt: „Russland hat eindeutig Profit daraus gezogen, dass Washington sich nicht mit Strafmaßnahmen beeilt.“

    Interessant ist in dem Kontext, dass nach dem 02. August, dem Tag der Unterzeichnung neuer antirussischer US-Sanktionen, sich die russische Währung – der Rubel – um 2,4 Prozent weiter gefestigt hat. Die monatliche Volatilität der russischen Währung ist zudem auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren gesunken. Auch die Moskauer Börse zeigt positive Anzeichen. Seit dem letzten Einbruch Mitte Juni, der durch die Hackerattacken-Vorwürfe gegen Moskau überschattet wurde, ist der Moskauer Leitindex wieder um 8,3 Prozent gestiegen.

    Zusammen mit anderen bedeutenden Finanzindikatoren kommen zahlreiche Experten wie etwa auch der Analyst der Londoner Finanzfirma „Legal & General Investment Management“, John Roy, darin überein, dass Russland im Moment zu einem der attraktivsten Investitionsplätze unter den sich schnell entwickelnden Ländern wird.

    So liegt der Marktzins für russische Staatsanleihen bei 7,8 Prozent. Nur die Türkei und Südafrika bieten da höhere Zinsen für ihre Staatsanleihen.

    Am Ende resümiert Roy: „Viele Geschichten mit geopolitischen Spannungen führen zu Möglichkeiten, gut zu verdienen. Danach gleicht sich die Situation wieder aus und kehrt zum ursprünglichen Zustand zurück. Alle lieben Russland.“

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    Tags:
    Aufschwung, Wirtschaftsbeziehungen, Bloomberg, Russland