20:58 18 April 2019
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    Teilnehmer des Dritten Östlichen Wirtschaftsforums in Wladiwostok

    Ort des Austausches: Wirtschaftsforum in Wladiwostok eröffnet Perspektiven

    © Sputnik / Natalja Pawlowa
    Wirtschaft
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    Vom 6. bis 7. September findet in Wladiwostok das 3. Östliche Wirtschaftsforum statt. Es konzentriert sich auf die Entwicklung des Fernen Ostens und eröffnet große Möglichkeiten für die Zusammenarbeit zwischen russischen und ausländischen Geschäftspartnern.

    Der Ferne Osten ist geographisch gesehen der östlichste Teil Russlands und der äußerste Nordosten Asiens. Er hat Zugang zu zwei Ozeanen: dem Pazifik und dem Nordpolarmeer. Der Ferne Osten macht mehr als ein Drittel des Territoriums von Russland aus: Er ist etwa zehn Mal so groß wie Frankreich. Diese Region entwickelt sich in den letzten Jahren rasant. Vor zwei Jahren unterzeichnete der russische Präsident Wladimir Putin das Gesetz über den Freien Hafen von Wladiwostok (SPW). Jetzt gelten dort besondere Regeln für Unternehmer und Investoren. Dazu gehören Steuervergünstigungen, Einwohner sind für fünf Jahre von Steuern auf Gewinne, Eigentum und Grundstücke befreit,, sowie vereinfachte Zoll-und Visa- Verfahren und verringerte administrative Hürden.

    Das jährliche Wirtschaftsforum findet auf der Insel Russki statt. Das Hauptereignis  in diesem Jahr wird die Diskussionsveranstaltung „Ferner Osten: Schaffung einer neuen Realität“ sein, an welcher der Präsident Russlands Wladimir Putin. Er soll sich in seiner Rede auf dem Forum zu den wichtigsten geopolitischen Problemen, einschließlich der Nuklearkrise auf der koreanischen Halbinsel, äußern, wie vorab bekannt wurde.

    Putin wird sich im Rahmen des 3. Östlichen Wirtschaftsforums mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe treffen. Danach soll eine Reihe bilateraler Abkommen unterzeichnet werden.

    Eines der Themen des Forums ist die internationale Zusammenarbeit zwischen Mitgliedsstaaten der Eurasischen Wirtschaftsunion und der Europäischen Union (EU) von Lissabon bis Wladiwostok. Die Teilnehmer werden darüber diskutieren, welche Chancen auf Erfolg es trotz politischer Schwierigkeiten gibt.

    Die Entwicklung der Nordostpassage – der kürzesten Seestrecke von Asien nach Europa – kann für viele Unternehmen von Interesse sein. Nach Ansicht von Experten wird diese Strecke nach dem Jahr 2050 für Schiffe ganzjährig ohne Eisverstärkung zur Verfügung stehen. Der Containertransport wird günstiger sein als über die südliche Route. Die Nordostpassage soll die Häfen Nordostasiens (China, Japan, Süd-Korea) mit denen von Nordeuropa (Rotterdam, Hamburg u.a.) verbinden.

    Auf dem Forum werden Investitionsverträge abgeschlossen. So wurden im vergangenen Jahr Verträge in Höhe von mehr als 40 Milliarden Rubel in den Bereichen Energie, Verkehrsinfrastruktur, sowie in der Entwicklung der Goldgewinnung unterzeichnet. Diesmal steht die Finanzierung des fernöstlichen Hochtechnologiefonds im Mittelpunkt. Die Zielgröße beträgt zehn Milliarden Rubel. Rund 30 Unternehmen wollen die Nuklearmedizin, erneuerbare Energien, neue Verbundwerkstoffe für die Luft- und Raumfahrtproduktion, einschließlich der Produktion von unbemannten Luftfahrzeugen, fördern.

    Die Regionen des Fernen Ostens sind auf dem Forum traditionell breit vertreten. Die jährliche Ausstellung  mit dem Titel „Fernosten-Straße“ präsentiert ihre wirtschaftliche Potenzial, kulturelle Traditionen und touristische Möglichkeiten.

    So präsentiert die Region Tschukotka Projekte zur Gewinnung von Zinn und Gas. Ein Pavillon hat die Form eines Wals und ist mit Multimedia-Bildschirmen ausgestattet, die Informationen über den Lebensraum und die Besonderheiten des Verhaltens dieses Seegiganten zeigen.

    Erstmals nehmen ausländische Delegationen an der Ausstellung teil. Die Republik Korea (Südkorea) präsentiert in ihrem Pavillon die Entwicklung des touristischen Bereiches sowie die Olympischen Winterspiele 2018, die in Pyeongchang ausgetragen werden sollen.

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    Tags:
    Reportage, Drittes Östliches Wirtschaftsforum, EU, Koreanische Halbinsel, Wladiwostok, Russland