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14:56 21 Oktober 2019
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    Leiter der Abteilung Wirtschaft und Wissenschaft der Deutschen Botschaft in Russland Thomas Graf

    Sanktionen wirken eher psychologisch als real im Handel – deutscher Botschaftsrat

    © Sputnik / Natalja Pawlowa
    Wirtschaft
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    Der russische Ferne Osten ist eine Region mit großem Potenzial und mit großem Bedarf, was den Ausbau der Infrastruktur angeht. Da haben deutsche Unternehmen viel zu bieten. Deswegen ist es für sie interessant, das Östliche Wirtschaftsforum zu verfolgen.

    Darüber sprach der Leiter der Abteilung Wirtschaft und Wissenschaft der Deutschen Botschaft in Russland Thomas Graf in einem Interview für Sputnik.

    „Russlands Ferner Osten ist weit weg von Deutschland. Natürlich ist der Schwerpunkt des Interessens der deutschen Wirtschaft in Russland eher westlich des Urals. Gleichwohl ist es natürlich so, dass der Ferne Osten eine Region mit großem Potenzial ist, und mit großem Bedarf, insbesondere was den Ausbau der Infrastruktur angeht. Da haben die deutschen Unternehmen viel zu bieten, deswegen ist es für uns interessant, hier dieses Wirtschaftsforum  zu verfolgen, zu sehen, welche Fragen hier erörtert werden. Genau diese Themen: Infrastruktur, erneuerbare Energien, aber auch Gasverarbeitung und Landwirtschaft sind die Themen, die auf Interesse stoßen und mittelbar von Relevanz für unsere Unternehmer sind.“

    Auf die Frage, warum so wenig deutsche Firmen an dem Forum teilnehmen, sagte Graf, das stimme nicht. Natürlich gebe es viel mehr koreanische, chinesische und japanische Firmen, doch die deutsche Wirtschaft sei mit der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer beim Forum vertreten. Natürlich sei es nicht zu vergleichen mit dem Forum in St.-Petersburg und in Sotchi. Der freie Hafen Wladiwostok könne künftig attraktiv für Investitionen werden, dazu gehören solche Dinge wie Rechtsicherheit und langfristige Planbarkeit.

    Ein solches Projekt im Fernen Osten, wie im vergangenen Jahr die Beteiligung der Firma LINDE an der Gasverarbeitung in der Nähe von Chabarowsk war, gebe es diesmal nicht, so Graf.

    „Die Firmen beobachten, aber sie sind generell immer bereit, hier in Russland in neue Projekte einzusteigen. Wenn ich die Moskauer Perspektive nehme, dann vergeht keine Woche ohne Eröffnung eines Werkes, oder einer neuen Firmenrepräsentanz. Also, die Firmen sind aktiv, aber im Fernen Osten würden wir gern mehr Engagement sehen. Wir sind aber zuversichtlich, dass das mit der Zeit kommen wird“.

    Die deutsch-russischen Wirtschaftbeziehungen seien ungeachtet der Sanktionsthematik sehr intensiv, betonte der deutsche Botschaftsrat. Der bilaterale Handel habe sich verbessert, in diesem Jahr gäbe es Zuwächse von 25 Prozent. Das seien beeindruckende Zahlen.

    „Die Sanktionen wirken sich, was den Handel angeht, wirklich nicht sehr signifikant aus. Was bei den Sanktionen bedeutend ist, ist die psychologische Einwirkung, die bei manchen zu gewisser Zurückhaltung führt. Aber unser Eindruck ist, die Firmen haben sich auf die Sanktionsthematik eingestellt. Natürlich wären die wirtschaftlichen Beziehungen noch intensiver, wenn es die Sanktionen nicht gebe“, so Graf.

    Das komplette Interview mit Thomas Graf zum Nachhören:

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    Tags:
    Interview, Handel, Sanktionen, Wirtschaftsforum, Diplomat, Botschaft, Wladiwostok, Russland, Deutschland