03:56 16 Dezember 2019
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    Weizen (Symbolfoto)

    Klimawandel macht Russland zu Agrarmacht

    © Sputnik / Artjom Kreminskij
    Wirtschaft
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    Dank dem globalen Klimawandel nimmt in Russland die landwirtschaftliche Nutzfläche zu, was die Entwicklung der russischen Landwirtschaft fördert, wie die italienische Zeitung „La Stampa“ am Donnerstag schreibt.

    Im vergangenen Finanzjahr (vom Juli 2016 bis Juni 2017) exportierte Russland 27,8 Millionen Tonnen Weizen. Im kommenden Jahr kann diese Zahl nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums auf 31.5 Millionen Tonnen steigen, hieß es. Somit werde Russland seine führende Rolle in dieser Branche beibehalten können. Die Gesamtproduktion von Weizen könne im Vergleich zu den 73 Millionen Tonnen im Vorjahr 80 Millionen Tonnen erreichen. 

    Diesen Exportboom hat Russland der globalen Klimaerwärmung zu verdanken, die die Anbaufläche in den nördlichen Gebieten des Landes erweitert. Laut der Zeitung, die sich auf Bloomberg-Angaben beruft, wird die Temperatur in den Anbauregionen Europas und Asiens zum Jahr 2020 um 1,8 Grad Celsius ansteigen. Zum Jahr 2050 werde es in diesen Gebieten um ganze 3,9 Grad wärmer. 

    Dieser Faktor gemeinsam mit dem Technologiefortschritt soll das Anwachsen der Anbauflächen auf 56,5 Millionen Hektar verursachen, die nach dem Zerfall der Sowjetunion nicht genutzt wurden. 

    Die Klimabedingungen haben auch einen anderen Vorteil für Russland: Während US- und australische Produzenten unter der langen Trockenheit leiden, erobert Russland asiatische Märkte und verkauft Weizen nach Nigeria, Bangladesch und Indonesien. Der wichtigste Vorteil ist dabei der niedrigere Preis für russisches Getreide gegenüber dem aus Europa oder Amerika. 

    „Vielleicht irgendwann wird das Getreide Erdöl und Erdgas als Haupteinnahmequelle in Russland ersetzen. Doch in der Realität setzt der Kreml mehr auf die Entwicklung der Wissenschaft und der Technologien als auf Anbauflächen – das hat Putin zuvor erklärt“, schreibt die Zeitung. 

    Doch trotz der zahlreichen Erklärungen Moskaus über seine Eigenständigkeit vor dem Hintergrund des „Sanktionskrieges“ mit dem Westen, bleibe Russland in höherem Maße von Lieferungen von Lebensmitteln aus dem Ausland abhängig, meint der Autor. 

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    Tags:
    Trockenheit, Anbau, Weizen, Entwicklung, Landwirtschaft, Klimaerwärmung, Klimawandel, Europa, USA, Russland