12:12 18 August 2018
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    Nord Stream 2: Transitland Polen hofft auf Baustopp durch US-Sanktionen

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    Wirtschaft
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    Polen hofft laut dem Chef des polnischen Öl- und Gasunternehmens PGNiG, Piotr Wozniak, darauf, dass die drohenden US-Sanktionen Investoren einschüchtern und einen Einfluss auf den Bau der Nord-Stream-2-Pipeline haben werden.

    „Ich glaube daran, dass es gelingen wird, nicht so sehr dies (den Bau der Pipeline – Anm. d. Red.) zu stoppen, sondern für lange Zeit zu verzögern. Die Androhung von US-Sanktionen hilft uns“, so der PGNiG-Chef.

    Wie er erläuterte, schrecken die Strafmaßnahmen europäische Investoren ab, die sich am Bau der Pipeline beteiligen möchten.

    Am Mittwoch hatte der Chef des österreichischen Energiekonzerns OMV, Rainer Seele, gesagt, dass sich die US-Sanktionen unmittelbar auf Nord Stream 2 auswirkten. Ihm zufolge müssten die Teilnehmer des Pipeline-Projekts nun mehr eigene Mittel investieren als ursprünglich geplant.

    Neben OMV beteiligen sich an der Finanzierung des Pipelinebaus die Konzerne Shell, Engie, Uniper und Wintershall, während der russische Riese Gazprom der einzige Aktienbesitzer ist.

    Nord Stream 2 wird auf etwa 9,5 Milliarden Euro geschätzt, wobei 70 Prozent dieser Summe als Bankkredite herangezogen werden sollen, und den Rest die Aktienbesitzer zahlen würden.

    Zuvor hatte die Rating-Agentur Moody's bekannt gegeben, sie sehe eine Gefahr der Verzögerung des Projektes aufgrund der von der US-Administration verhängten Sanktionen.

    Das jüngste US-Sanktionsgesetz richtet sich gegen alle Unternehmen, die sich an der Instandsetzung, der Modernisierung oder dem Ausbau russischer Exportpipelines beteiligen. Damit soll vor allem das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 verhindert werden, das russisches Gas direkt – abseits der Transitländer — in die EU transportieren soll.

    Nord Stream 2 umfasst zwei Gaspipeline-Stränge, die insgesamt 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr von der russischen Ostseeküste bis nach Deutschland transportieren sollen. Nord Stream 2 soll die bereits bestehenden Stränge der Nord Stream ergänzen und somit die Transitkapazität des russischen Gases direkt bis nach Deutschland deutlich erhöhen.

     

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    Tags:
    Baustopp, Sanktionen, OMV, Rating-Agentur Moody's, Nord Stream 2, Rainer Seele, Deutschland, Polen, Russland
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