10:53 17 Januar 2019
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    Bitcoin-Münze aus Gold

    Sanktionen gegen Krim könnten Russland führend bei Kryptowährungen machen

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    Wirtschaft
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    Der russische Staat zeigt sich gegenüber Bitcoins und anderen Cyber-Währungen eher skeptisch. Russische Banker raten indes, schnellstens auf den Bitcoin-Zug aufzuspringen. Sie träumen sogar von einer russischen Bitcoin-Oase auf der Halbinsel Krim, wie das Portal „rueconomics“ berichtet.

    Russlands Bürger sollte vorsichtig bei Kryptowährungen sein, rät Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin. Zu hoch seien die Risiken eines solchen Investments. Dies könne man derzeit bei dem Hype um die Bitcoins beobachten, denn „schaut man sich die Preisentwicklung von Bitcoins an, erinnert sie stark an die Preisentwicklung der MMM-Aktien“, sagte Oreschkin laut dem Portal im Föderationsrat (russisches Oberhaus).

    MMM war eine russische Finanzfirma, deren Gründer Sergej Mawrodi zu Beginn der Neunzigerjahre tausende russische Kleinanleger mit faulen Aktien um ihr Erspartes geprellt hatte.

    Der russische Staat werde, so der Minister weiter, die Käufer von Kryptowährungen nicht schützen können. „Sie handeln auf eigene Faust und auf eigene Gefahr“, betonte er.

    Dabei dürfe Russland natürlich auch keine Entwicklung verschlafen: „Mag sein, dass wir jetzt nicht verstehen, wie die Technologie genutzt werden kann, welche Ergebnisse sie bringen kann. Doch wir müssen genau wissen, wie sie funktioniert, und bei ihrer Entwicklung vorne mit dabei sein.“

    Der Investmentbanker Dmitri Golubowski hält jedoch dagegen: „Etwas Besonderes sind die Risiken beim Investieren in Bitcoins nicht – gegen Marktschwankungen ist ja keiner versichert“, sagte der Experte dem Portal.

    „Eine mit den Bitcoins vergleichbare Volatilität weisen auch die Durchschnittswerte an der Moskauer Börse auf. Das Bild ist überall gleich: Erst ein exponentieller Anstieg, dann zunehmende Schwankungen auf dem Höhepunkt, dann Kurskorrektur“, erklärt der Fachmann. „Es ist ja mal vorgekommen, dass der Bitcoin auf 1.000 hochflog, dann fast völlig abstürzte und wieder stieg.“

    Der grundlegende Vorteil von Bitcoin ist: „Dieser Markt wächst unweigerlich. Der ganze Marktwert beträgt 100 Milliarden Dollar. Was ist schon dabei, wenn er um 75 Prozent abstürzt? 25 Milliarden sind immer noch sehr viel“, sagt Golubowski.

    Dass der Markt auf null zurückfalle – wie bei MMM-Aktien – sei ausgeschlossen, versichert der Experte: „Die MMM-Aktien wurden wertlos, weil sie ein Betrug waren. Bei Bitcoins geht es aber schlicht um Marktschwankungen.“

    Was die Zukunft von Cyber-Währungen in Russland angeht, ist der Fachmann voller Optimismus: „Schaut man sich die Finanzexperten weltweit an, sind viele Russen darunter. Auch im IT-Bereich hat unser Land etwas drauf, genug Grips ist ja da. Man muss es nur so einrichten, dass die klugen Köpfe hier bleiben und hier arbeiten.“

    Und damit dieser neue Finanzmarkt besser reguliert werden könne, müsse eine Bitcoin-Oase her, rät der Fachmann. „In so einer inländischen Offshore-Zone wäre alles transparent. Wenn die Erfahrungen damit gut sind, kann man das Prinzip auf das ganze Land ausweiten. So läuft es ja weltweit.“

    Etabliert werden könnte die Finanzoase etwa im Hightech-Cluster Skolkovo bei Moskau. „Oder auf der Krim, zumal der dortige Finanzsektor unter Sanktionen leidet und die Banken die Halbinsel meiden“, sagt der Experte. „Das wäre doch mal ein richtiger Konter gegen die Amis.“

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    Tags:
    Bitcoins, Zukunft, Sanktionen, Kryptowährung, Krim, Russland