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    Schiffsfahrt im russischen Norden (Archivbild)

    China sucht Alternative zu russischem Arktis-Transit – Moskau bleibt gelassen

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    China nimmt die Arktis stärker ins Visier – und sucht dabei mögliche Verkehrswege durch den zentralen Teil des Nordpolarmeers. Könnte dies einen Rückschlag für die Transitroute entlang der russischen Küste zur Folge haben? Die Behörden in Moskau erläutern, dass Russland seine Trümpfe habe, berichtet die russische „Nesawissimaja Gaseta“.

    Die Zeitung nimmt die Mission des chinesischen Forschungseisbrechers „Xue Long“ unter die Lupe. Ende August hatte er nach chinesischen Angaben die Meeresgebiete nahe dem Nordpol erfolgreich passiert. Der chinesische Polarforscher Zhang Xia wies damals darauf hin, dass diese Region den kürzesten maritimen Handelsweg ausmache, der „die Wirtschaftskreise Nordostasiens und Europas verbindet“. Bei dieser Route sei es nicht nötig, Hoheitsgewässer von Russland und Kanada zu passieren, so Zhang Xia.

    Russischer Eisbrecher in der Arktis (Archivbild)
    © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
    Die in der Ukraine gebaute „Xue Long“ ist nach Angaben der Agentur Xinhua in der Lage, eine 1,2 Meter dicke Eisschicht zu überwinden. Nun baut China an der „Xue Long 2“, der Stapellauf findet voraussichtlich 2019 statt. Der neue Eisbrecher soll eine 1,5-Meter-Eisdecke durchbrechen können.

    Die russische Behörde für See- und Flusstransporte zeigt sich allerdings gelassen. Ihr Sprecher sagte dem Blatt: „Spekulationen über die Möglichkeit autonomer kommerzieller Schifffahrt in der Zentral-Arktis (abgesehen von schweren Atomeisbrechern, die nur Russland zur Verfügung stehen) halten unsere Forscher für verantwortungslos.“ Nach Angaben der Behörde musste die chinesische „Xue Long“ während ihrer Mission zahlreiche Zwischenstopps machen und zeitweise driften.

    Ein Sprecher des russischen Verkehrsministeriums unterstrich die Erfolge der Schiffstransporte entlang der russischen Arktis-Küste. Dieser sogenannte Nördliche Seeweg habe bereits „einen ziemlich guten Leistungsstand“ erreicht. Vier Atomeisbrecher kämen dort zum Einsatz. Dazu noch werde in Russland aktiv eine neue Eisbrecher-Flotte gebaut, hieß es.

    Wie die Zeitung berichtet, ist in Russland soeben der neue Atomeisbrecher „Sibir“ vom Stapel gelaufen. Er wird im Rahmen des Projekts 22220 gebaut und hat eine Eis-Passierbarkeit von 2,9 Metern.

    Die Zeitung kommentiert: „Im russischen Kabinett scheint man nicht zu befürchten, dass China versuchen könnte, die Kooperation mit Russland zu vermeiden. Im Gegenteil: Die Beamten laden chinesische Partner ein und schlagen ihnen vor, den Nördlichen Seeweg gemeinsam fortzuentwickeln.“

    Das Blatt zitiert den russischen Vizepremier Dmitri Rogosin mit den Worten, es sei am wichtigsten, die Arbeit mit denjenigen zu organisieren, die ihre Waren auf dem Transitweg entlang der russischen Küste liefern könnten: „Das sind vor allem solche Giganten wie China.“

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    Tags:
    Alternative, Eisbrecher, Stapellauf, Transport, Handel, Atomeisbrecher "Sibir", Xinhua, Arktis, Russland