14:57 07 Dezember 2019
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    Vorstand des BMW-Konzerns bei Vorstellung eines neuene Modells (Archivbild)

    BMW will neues Werk in Russland bauen – für Komplettfertigung

    © Sputnik / Aleksej Kudenko
    Wirtschaft
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    Luxuskarossen des bayerischen Herstellers werden schon seit Jahren in Russland gebaut. Die Autos werden zerlegt nach Kaliningrad geliefert und dort zusammengeschraubt. Jetzt will der Münchner Konzern seine Autos für den russischen Markt komplett vor Ort fertigen. Investitionsvolumen: Hunderte Millionen Euro, berichtet die Zeitung „Wedomosti“.

    Um rund zehn Prozent ist der russische Automarkt in diesem Jahr gewachsen, für 2018 erwartet BMW einen Anstieg um weitere zehn Prozent, so die Zeitung. Der Autokonzern wolle seine Modellpalette in Russland erweitern und setze dabei vor allem auf SUVs, sagte BMW-Vizevorstand Hendrik von Kuenheim laut dem Blatt.

    Seit 1999 werden die Limousinen vom Dreier bis zum Siebener und die ganze X-Reihe des bayerischen Konzerns im CKD-Verfahren in der russischen Enklave Kaliningrad hergestellt. Das heißt, die Autos werden als Bausätze angeliefert und vor Ort montiert – das spart Einfuhrzölle und verschafft dem Münchner Autobauer einen entsprechenden Preisvorteil gegenüber der Konkurrenz. Rund 40.000 Autos entstehen so pro Jahr in Kaliningrad.

    Mercedes-Benz
    © AP Photo / Michael Sohn, file
    Um den Vorteil zu halten, müsste die Produktion jedoch weiter lokalisiert werden – sprich: Immer mehr Autokomponenten müssen in Russland hergestellt werden. So verlange es der russische Gesetzgeber, sagte Kuenheim laut der Zeitung. Deshalb das neue Werk.

    Dort sollen dann die Karosserien geschweißt und lackiert werden. Ob in der neuen Fabrik auch die Bleche gestanzt sowie die Motoren und Getriebe hergestellt werden, sei eher unwahrscheinlich. Die Kapazitäten des neuen Autowerks würden am Marktvolumen in Russland ausgerichtet, sagte eine Quelle aus dem Unternehmensmanagement gegenüber der Zeitung.

    Als Standort für das neue Werk prüfe BMW derzeit mehrere Regionen. In Russland gebe es mehrere Autocluster: Moskau, St. Petersburg, Kaluga und eben Kaliningrad – man sei gerade dabei, die Entscheidung zu treffen, sagte Kuenheim laut dem Blatt. Auch stehe derzeit noch nicht fest, ob BMW das Werk alleine bauen wird oder in Kooperation mit einer russischen Partnerfirma. Die Investitionen könnten schließlich mehrere Hundert Millionen Euro betragen.

    Indes hatte der deutsche Daimler-Konzern vor einiger Zeit bekanntgegeben, bis 2019 ein Autowerk in der Region Moskau zu eröffnen. Bis zu 25.000 Fahrzeuge sollen dort jährlich vom Band rollen: Limousinen der E-Klasse und die SUVs der GL-Familie. Rund eine Viertelmilliarde Euro investiert Mercedes Benz in die neue Fabrik.

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    Tags:
    Bau, Werk, BMW, Kaliningrad, Russland, Deutschland