Widgets Magazine
04:05 24 Oktober 2019
SNA Radio
    Focus-Standort in Düsseldorf (Archivbild)

    Russische Wirtschaft ist für Putin Grund zur Freude – Focus

    CC BY-SA 3.0 / Frank Vincentz / Eigenes Werk
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    142134
    Abonnieren

    Russland konnte die Jahre der Wirtschaftskrise ohne größere wirtschaftliche Verluste für sich überstehen und den zeitweisen Absturz des Rubels, der Ölpreise und die westlichen Sanktionen gut bewältigen. Offensichtlich geht es dem Land wirtschaftlich besser als erwartet, schrieb das deutsche Nachrichtenmagazin Focus am Freitag.

    Die wirtschaftliche Lage war mehrere Jahre lang für Russland durch den Verfall des Rubels und der Ölpreise sowie durch die westlichen Sanktionen äußerst kompliziert.

    Doch wie nun der FOCUS-Online-Experte Ronald Schneider in seinem Artikel vom Freitag schreibt, hätte Russlands Präsident Wladimir Putin wieder Grund für Freude, wenn es um die wirtschaftliche Situation des Landes gehe.

    Denn der Zustand der russischen Wirtschaft sei deutlich besser, als dies beim Ausbruch der Krise erwartet worden sei.

    So werde das Land Prognosen zufolge im Jahr 2017 ein wirtschaftliches Wachstum von 1,6 Prozent aufweisen, schreibt der Autor.

    Wegen der hohen Zinsen sowie des erwarteten Wiederanstiegs der Ölpreise sei das Land in die Liste der beliebtesten Ziele für Anleiheinvestoren unter den Schwellenländern aufgenommen worden.

    Ein Grund hierfür ist laut Schneider auch die vorsichtige Finanzpolitik des Kremls, durch die größere Verluste vermieden werden konnten.

    So hätten die westlichen Sanktionen zwar einen negativen Effekt auf die russische Wirtschaft gehabt, dieser sei jedoch längst nicht so stark ausgefallen, wie dies teilweise erwartet worden sei.

    Vor allem die bemerkenswerten Devisenreserven hätten hier ihre positive Wirkung gespielt. Diese wären „in den Boom-Jahren angesammelt“ worden.

    Eine stärkere negative Rolle als die Sanktionen habe eher der Ölpreiseinbruch gehabt. Die Abwertung des Rubels würde aber gleichzeitig die Konkurrenzfähigkeit der russischen Wirtschaft erhöhen und russische Exporte auf dem Weltmarkt attraktiver machen.

    „Auch im Wettbewerbsindex des World Economic Forum macht Russland von Jahr zu Jahr Positionen gut“, gibt der Experte in diesem Zusammenhang zu.

    Angesichts der positiven Aussichten habe die Zentralbank Russlands zudem den Leitzins bereits viermal in diesem Jahr nach unten korrigieren können – dieser befinde sich nun bei der Marke von 8,5 Prozent.

    Sollte die positive Tendenz der russischen Wirtschaft weiter beibehalten werden, seien weitere Zinssenkungen durchaus zu erwarten, was sich umso positiver auf das Wirtschaftswachstum auswirken sollte, so Schneider weiter.

    Ein weiteres wichtiges Puzzleteil der russischen Krisenresistenz sei schließlich die geringe russische Auslandsverschuldung geworden. Diese hätte zuletzt sogar wieder verringert werden können.

    Dennoch müsse hier der Kreml weitere wichtige Maßnahmen ergreifen, wie etwa Ausgabenkürzungen und Privatisierungen, um die Haushaltsdefizite abzubauen sowie die immer noch vorhandenen strukturellen Probleme der russischen Wirtschaft zu beseitigen.

    Insgesamt bleibe die Aussicht für die russische Wirtschaft auf jeden Fall positiv, was auch am Verhalten der Anleger beobachtet werden könne. Die Kapitalflucht habe sich von knapp 60 Mrd. US-Dollar in 2015 auf etwa 20 Mrd. US-Dollar in 2016 deutlich verringert.

    Schließlich ist laut dem Experten zu erwarten, dass ein weiterer Anstieg der Ölpreise von bis zu 60 US-Dollar pro Barrel zum Jahresende, wie dies von Marktteilnehmern erwarten wird, weitere Profite für die Investoren im Russland-Geschäft bringen wird.

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Russland bleibt drittgrößter Investor für ukrainische Wirtschaft
    Russland-Sanktionen höchst verlustreich für die deutsche Wirtschaft - Expertin
    Sanktionen beeinflussen Wirtschaft Sewastopols nicht - Gouverneur
    Merkel verspricht Deutschen digitale Wirtschaft
    Mut zum Dialog – deutsche Wirtschaft in Russland begrüßt Schwesig-Reise
    Tags:
    Wirtschaftswachstum, Wirtschaftskrise, Focus, Ronald Schneider, Russland