13:29 18 Dezember 2017
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    Wofür kauft Russland Rekordmengen an Gold auf?

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    Im Zeitraum zwischen Januar und September dieses Jahres hat die russische Zentralbank eine Rekordmenge an Gold gekauft. Der Finanzberater und ehemaliger Vertreter der argentinischen Zentralbank Gabriel Rubinstein erklärt, was Moskau damit bezwecken will.

    Die russische Zentralbank (RZB) hat innerhalb der ersten acht Monate dieses Jahres 4,2 Millionen Feinunzen Gold im Wert von mehr als fünf Milliarden US-Dollar eingekauft.

    Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres stieg die Menge um 15 Prozent an.

    Die signifikante Ausweitung der russischen Goldkäufe begann bereits nach der Einführung der antirussischen Sanktionen seitens der USA und der EU. Seitdem kauft die RZB jährlich etwa 100 Tonnen des Edelmetalls mehr als jede andere Zentralbank der Welt.

    Gabriel Rubinstein, Finanzexperte, ehemaliger Vertreter der argentinischen Zentralbank sowie ehemaliger Direktor der Bolsa de Comercio de Buenos Aires (BCBA) (deutsch: Handelsbörse von Buenos Aires), erklärt die neue russische Strategie mit strategischen und sicherheitspolitischen Gründen.

    „Alle Länder sammeln Gold aus strategischen und sicherheitspolitischen Gründen für den Fall an, dass zwischen Staaten eine absolut zerstörerische Situation entsteht, bei der Währungen jeglichen Wert verlieren“, erklärt der Experte.

    Daher sei es besser, Goldbarren anzuhäufen, die die Grundlage für den Wert jeder anderen Währung oder eines anderen Kapitalaktivs wären, so Rubinstein.

    Das Gold sei also nichts anderes als eine „zeitlose finanzielle Ressource“, die immer Wert im Vergleich zu jedem anderen Finanzprodukt haben werde.

    „Das Land glaubt, dass es besser ist, Gold als Dollar zu haben. (…) Hypothetisch angenommen, Russland würde sehr viele Dollar haben und die USA würden dem Land schaden wollen, wäre dies durch Währungsmanipulationen und andere Handlungen des Emitterlandes möglich“, unterstreicht der Finanzexperte.

    Dass Russland sich nun vom Dollar zunehmend löse und stattdessen das neutrale Gold anhäufe, sei somit eine logische Vorgehensweise.

    Bemerkenswert ist ebenfalls, dass Russlands Zentralbank ihre Politik auch im Umgang mit dem Euro geändert hat – und zwar schon vor zehn Jahren.

    Nach der neuen Verwaltungsstrategie der Gold- und Währungsreserven sollte auch der Anteil des Euro in den russischen Reserven erheblich verringert werden.

    Tatsächlich wurde der Anteil der EU-Währung von 40 auf etwa 26 Prozent reduziert, während der Wert des Goldanteiles von acht Milliarden auf über 73 Milliarden Dollar erhöht wurde.

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    Tags:
    Devisenreserven, Finanzsystem, Dollar, Russlands Zentralbank, Russland
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